Erhöhen der Batterieleistung durch 'Zappen'

Enthusiasten von Rennen mit ferngesteuerten Modellen haben mit allen möglichen Methoden versucht, die Batterieleistung zu verbessern. Eine Technik, die vernünftig gut arbeitet, ist das 'Zappen' von Nickel-Kadmium-Zellen mit einem Hochstromimpuls. 'Zappen' bedeutet das Anheben der Zellenspannung um 20 bis 40mV, gemessen mit einer Last von 30A. Dadurch wird die Zellenspannung von 1,25V auf 1,28V erhöht. (Es sei vermerkt, dass die Industrie dazu neigt, Nickel-Kadmium-Zellen mit 1,25V anzugeben, während der Konsumgütermerkt mit 1,20V arbeitet. Es handelt sich dabei jedoch nur um eine Definition der Einstellungen.) Gemäss Experten bleibt der Spannungsgewinn stabil; bei Gebrauch und zunehmendem Alter kann nur eine kleine Verminderung beobachtet werden.

Während einem Rennen zieht der Motor 30A von einer 7,5V Batterie (6 Zellen in Serie). Die Rechnung ergibt eine Leistung bis über 225W oder beinahe ein Viertel PS. Das Rennen dauert etwa vier Minuten, grob gesehen. Beim Anheben der Zellenspannung um sagen wir 30mV, von 7,50 auf 7,68V pro Batterie, zusätzliche 5W können gewonnen werden. Obwohl klein, kann diese Zusatzleistung für das siegreiche Team entscheidend sein.

Gemäss Experten, funktioniert das 'Zappen' nur mit Nickel-Kadmium-Zellen zuverlässig. Mit Nickel-Metallhydrid wurden Versuche angestellt, aber das Ergebnis gab keinen Aufschluss. Die Prozedur des 'Zappens' wird mit einem 47'000mF Kondensator, geladen mit 90V, durchgeführt. Die besten Resultate wurden erreicht, wenn die Batterie nach der Behandlung zweimal gezykelt wurde, und dann noch einmal gezappt. Einmal in Betrieb ergibt das 'Zappen' keine weiteren Verbesserung der Zellenleistung mehr. Auch kann 'Zappen' keine Zelle, die schwach geworden ist, regenerieren.

Die Unternehmen, die sich auf's Zappen von Batterien spezialisiert haben, verwenden hochqualitative japanische Nickel-Kadmium-Zellen. Die Zellen werden von Hand in der Fabrikation ausgesucht. Speziell bezeichnet kommen diese Zellen in ungeladenem Zustand an mit einer offenen Zellenspannung von 1,11 bis 1,12V. Wenn die Spannung unter 1,06V liegt, ist die Zelle verdächtig und das Zappen wird nicht gut funktionieren. Eine tiefe Spannung kann ein Hinweis sein für grössere Selbstentladung oder chemische Schäden. Die 1,1V werden erzeugt mit dem elektro-chemischen Potential der Nickel-Kadmium-Zellen. Die Spannung ist auch bei ungeladenen Zellen vorhanden. Das Anschliessen einer Last würde zu einem Zusammenbruch der Klemmenspannung führen..

Es gibt eigentlich keine sichtbaren Nebeneffekte beim Zappen; die Batteriehersteller jedoch scheinen sich nicht festlegen zu wollen. Es gibt auch keine wissenschaftliche Erklärung und es ist nur wenig bekannt, über die Lebenserwartung der Zellen nach dieser Behandlung.



Über den Autor
Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund um die Welt.
Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten, Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie bitte www.cadex.com.