Die Wartung von Zellulartelefon-Batterien

Mit der Einführung der Lithium-Ion-Batterien, fielen bedeutend weniger Batterien während der Garantiezeit aus, als mit Batterien auf Nickelbasis. Lithium-Ion ist weniger unberechenbar und verlangt vom Benutzer weniger Aufmerksamkeit als Nickel. Trotzdem verbleibt das Volumen von retournierten Batterien verhältnismässig hoch.
Ein nordamerikanischer Betreiber eines Zellularnetzes mit ungefähr 12 Millionen Abonnenten, erhält grob gerechnet etwa 70000 Rücksendungen unter Garantie pro Monat. Von diesen retournierten Mobiltelefonen haben 50% mechanische Fehler, 30% erfüllen nicht die erwarteten Leistungen, 15% haben Batterie- oder Ladegeräteprobleme und 5% andere Fehler.

Retournierte Mobiltelefonbatterien
80-90% der retournierten Batterien haben entweder keinen Fehler oder können auf einfache Weise mit einem Batterie-Analyser regeneriert werden. Die Batterien werden gelagert bis sie schliesslich regeneriert oder dann entsorgt werden. Retournierte Batterien sind ein Millionen-Dollar-Problem

Es gibt viele Gründe für Batteriefehler. Die Batterie war vielleicht ungenügend geladen, bevor sie eingesetzt wurde. Vielleicht wurde die Batterie zu lange im Schrank gelassen, oder das Ladegerät arbeitete fehlerhaft. Auch mangelnde Kenntnisse über Batterien kann daran Schuld sein. Der tatsächliche Grund wird vielleicht nie erkannt.

Um den Kunden zufrieden zu stellen und die Garantieverpflichtungen zu erfüllen, ersetzen die Verkaufsstellen die Batterie, ohne Fragen zu stellen. Die Konkurrenzsituation macht es schwer, anders zu handeln. Die schlechte Batterie wird dann dem Hersteller zur Ersatzlieferung zugestellt.

Telefonhersteller wissen, dass 80-90% der retournierten Batterien entweder keinen Fehler aufweisen, oder einfach mit einem Batterie-Analyser regeneriert werden können. Die verbleibenden 10-20% können durch Reaktivierung der Schutzschaltung wieder funktionstüchtig gemacht werden, mit Hilfe eines Boost-Programmes oder durch Anlegen von Lade-/Entladezyklen. Nur ein kleiner Prozentsatz der unter Garantie retournierten Batterien zeigen einen nicht reparierbaren Fehler.

Nicht alle Batterien oder Mobiltelefone, die zur Reparatur gebracht werden, haben einen Herstellungsfehler. Manche Batterien werden durch Fallenlassen beschädigt, oder wegen anderen unsachgemässen Behandlungen. Ein Verantwortlicher einer Unterhaltswerkstatt eines führenden Telefonfabrikanten bemerkte, dass das Überschütten mit Kaffee ein häufiger Grund von Ausfällen sei. Die im Kaffee enthaltenen Säure kann die elektrischen Leiter im Mobiltelefon und der Batterie beschädigen. Das Eintauchen in Kaffee kann geschehen, wenn der Benutzer aus Versehen die Kaffeetasse mit dem Ladegerät verwechselt.


Um den Eingang von Garantiefällen zu reduzieren, haben gewisse Hersteller begonnen, für Retournierungen ohne Fehler einen Betrag von $ 35US zu belasten. Wegen dieser Zusatzkosten hat der Händler keine andere Wahl, als weiterhin Garantiefälle zu akzeptieren und diesen launischen Kunden Ersatz zu liefern. Die Lager füllten sich mit unbrauchbarem Material, und um 1997 wurde die kritische Grenze erreicht. Die Kosten für den Austausch, der Zeitverlust für die Wiederverkäufer, Transport, Lagerkosten und andere Zusatzkosten für den Austausch von Mobiltelefonen wurden zu einem Multi-Millionen-Dollar-Problem.

Restaurieren, eine teure Geschichte

Beim Versuch, retournierte Batterien zu retten, sortieren gewisse Mobiltelefonhersteller die Batterien nach ihrem Einkaufsdatum. Batterien, die innerhalb der 30-tägigen Garantieperiode retourniert wurden, werden mit der Bezeichnung 'B' versehen. Diese Batterien werden gruppiert und einem regionalen Wartungscenter zugestellt, wo sie gewartet werden. Batterien, die sauber sind (d.h. keine Kaffeeresten ausweisen) und eine Kapazität von 80% oder mehr ausweisen, werden neu beschriftet und zu einem Discountpreis wieder verkauft. Die Möglichkeit, Batterien so zu restaurieren, kann bei über 90% der retournierten Batterien angewendet werden.

Auf Grund des Erfolges, haben einige Batterie-Restaurations-Firmen die Wartung ausgedehnt auf Batterien, die bis zu 1 Jahr alt waren. Die Reparatur dieser älteren Batterien ergab noch immer eine Erfolgsrate von 40-70%. Manager haben ausgesagt, dass gut funktionierende Center für Batterierestauration auch Gewinn machen können. Ebenfalls wichtig ist der Aspekt des Umweltschutzes, wenn Batterien restauriert werden können, anstelle einer Entsorgung.


Batteriewartung an der Verkaufsfront

Das Warten der Batterien direkt an der Verkaufsfront ist eine machbare Alternative zur Rücksendung der Batterien an ein zentrales Wartungscenter. Bei einer Wartung an der Verkaufsfront bleiben die Batterien im Laden, wo sie verkauft worden sind. Die Batterien werden getestet, werden neu verpackt und sind bereit für den nächsten Kunden, der ein Batterieproblem hat. Dies erspart Transportkosten und befreit den Hersteller von seinen Garantieverpflichtungen.

Wartung an der Verkaufsfront bietet eine kosten-effektive Lösung bei retournierten Batterien.

Grosse Zellularnetzbetreiber schätzen die Kosten der Garantierücksendungen von Batterien auf 10 Millionen US-Dollar pro Jahr. Es ist auch bekannt, dass 95% dieser Batterien restauriert und wiederverwendet werden können.

Moderne Batterie-Analyser sind mit einem Schnelltestprogramm ausgerüstet, das in wenigen Minuten den Gesundheitszustand der Batterie beurteilen kann. Einige Analyser (wie Cadex) bieten ein Boost-Programm an, das scheinbar tote Batterien aufweckt, wenn das normale Ladegerät die Batterie nicht mehr laden kann. Dieser Dienst nimmt nur wenige Minuten in Anspruch.

Wie kann eine Batterie in den 'Tiefschlaf' verfallen. Eine Lithium-Ion-Batterie kann unbrauchbar werden, wenn sie nach einem Einsatz tiefentladen wird. Das Boost (Weck-) Programm legt einen schwachen Strom an, der die Schutzschaltung der Batterie wieder reaktiviert. Eine Schnellladung folgt diesem Vorgang. Um die Effizienz des Boost-Programmes zu demonstrieren, konnten im Laboratorium von Cadex 27 von 92 Lithium-Ion-Batterien dauerhaft restauriert werden, durch Applizieren des Boost-Programmes des Batterie-Analysers C7400 von Cadex.

Wenn eine Batterie eine gesamte Wartung mit formatieren und regenerieren benötigt, wird dem Kunden gesagt, später wieder zu kommen. Als Alternative könnte ihm eine restaurierte Batterie als Ersatz abgegeben werden. Nur Batterien, die einen mechanischen Fehler oder ein nicht reparierbares elektrisches Problem aufweisen, müssen ersetzt werden.

Das Verbinden der Batterie mit dem Analyser war eine der grössten Herausforderung für das Wartungspersonal eines Dienstleistungsbetriebes. Das Einstellen der richtigen Wartungsparameter der Batterie und die Programmauswahl ist eine weitere Hürde. Wenn ein Geschäft nur eine beschränkte Anzahl von Mobiltelefonen verkauft, oder wenn kein ausgebildetes Wartungsperson zur Verfügung steht, ist der batteriespezifische Adapter die richtige Antwort. Batteriespezifische Adapter sind gebaut für ein bestimmtes Batteriemodell und gestattet ein einfaches Einstecken der Batterie. Ein falscher Anschluss ist unmöglich. Auf Grund des guten Kontaktes zwischen Analyser und Batterie ergibt ein batteriespezifischer Adapter die zuverlässigsten Wartungsresultate, hauptsächlich bei einem Schnelltest. (Cadex bietet batteriespezifische Adapter mit Schnappverschluss, die den Analyser automatisch mit den richtigen Wartungseinstellungen konfigurieren).

Wartungstechniker, die mit einer Vielzahl von verschiedenen Batteriemodellen arbeiten, werden einen Universaladapter vorziehen. Dies verlangt, dass der Analyser mit den richtigen Wartungsparametern wie Chemie, Spannung, Ströme etc programmiert wird. Wenn diese Werte bestimmt sind, können sie auf dem Universaladapter gespeichert werden. (Die Cadex-Adapter können mit bis zu 10 verschiedenen Konfigurationscodes programmiert werden. Werden mehr verlangt, ist es ratsam, die BatteryShop™-Software zu verwenden. Mit einem PC kann der Benutzer mit Mausklick den Analyser für die gewünschte Batterie programmieren.


Warum wurde eine Wartung an der Verkaufsfront nicht schon früher angeboten?

Eine Wartung am Verkaufsort wurde erst möglich mit modernen und leicht bedienbaren Batterie-Analysern. Ältere Geräte wurden gebaut, um Servicetechniker und Ingenieure auszubilden. Die Programme bestanden aus Zyklen, um den Memory-Effekt bei Batterien auf Nickelbasis zu entfernen. Lithium-Ion leidet nicht mehr unter dem Memory-Effekt und das Zyklieren hat nur einen unbedeutenden Einfluss auf diese Batteriechemie.

Heute verlangt der Kunde eine schnelle Wartung und ist nicht bereit, auf lange Wartungsprozeduren zu warten. Auch kann das Gerät nicht für irgend eine Zeit ausser Betrieb gesetzt werden. Einer der Schlüsselpunkte eines modernen Batterie-Analysers ist seine Eigenschaft, eine Batterie in kurzer Zeit zu beurteilen und die entsprechende Reparatur in Minuten, und nicht in Stunden, durchzuführen.



Über den Autor
Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund um die Welt.
Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten, Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie bitte www.cadex.com.