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Starten
ist einfach
, doch kann ich auch steuern und bremsen?
Ein Blick auf die neue Technik der Schätzung der Reservekapazität von Akkus 1992 wurde die Messung der Wechselstrom-Leitfähigkeit (AC conductance) zur Bestimmung des Kaltstartstroms eines Fahrzeugakkus eingeführt. Dies ist eine als Durchbruch gefeierte nichtinvasive Methode, die eine Vollentladung zur Bestimmung des Akkuzustands zum großen Teil unnötig macht. Der Test dauert nur Sekunden, die Messergebnisse werden digital angezeigt, und der Akkuzustand wird wörtlich dargestellt. An den Akkupolen können keine Funken auftreten, und das Messinstrument erwärmt sich nicht. Doch die Bestimmung der Wechselstrom-Leitfähigkeit mit nur einer Frequenz hat ihre Grenzen. So wird der Kaltstartstrom (CCA) nicht gemäß SAE-Standard gemessen, sondern die Fähigkeit des Akkus zur Leistungsabgabe geschätzt. Dieser Bezugswert der Leistung hängt jedoch vom Ladezustand und anderen Akkuzuständen ab. Es kommt vor, dass ein guter Akku die Prüfung nicht besteht und umgekehrt. Der größte Nachteil ist jedoch, dass die Reservekapazität (Reserve Capacity) nicht gemessen wird. Dennoch ist die Bestimmung der Wechselstrom-Leitfähigkeit als Methode der Schätzung der Lebensdauer eines Akkus allgemein anerkannt. Was nun ist der Unterschied zwischen Kaltstartstrom und Reservekapazität? Ein hoher Kaltstartstrom garantiert gute Leitfähigkeit des Akku und damit gute Leistung beim Anlassen. Ein hoher Kaltstartstrom ist nur durch einen niedrigen Innenwiderstand des Akku möglich. In Abbildung 1 wird ein hoher Kaltstartstrom durch einen großen, offenen Hahn dargestellt, der einen ungehinderten Stromfluss ermöglicht.
Die Reservekapazität
ist die Energiemenge, die der Akku speichern kann. Ein neuer Akku hat
eine Kapazität von 100%. Mit dem Alter des Akkus sinkt die Reservekapazität,
bis er bei einer Reservekapazität von unter 70% ersetzt werden
muss. Die Reservekapazität bezieht sich stets auf einen voll geladenen
Akku; der Ladezustand sollte auf die Messung der Reservekapazität
keinen Einfluss haben.
Abbildung
3 zeigt einen Akku mit guter Reservekapazität aber niedrigem Kaltstartstrom.
Dieser Akku dreht den Anlasser nicht gut durch und muss ersetzt werden,
obwohl er für geringere Lasten noch verwendet werden könnte.
Wegen des
steigenden Bedarfs an Strom im Fahrzeug für andere Zwecke als das
Anlassen, ist die Bestimmung der Energiereserve wichtiger als die des
Kaltstartstroms. Man sagt auch: "Starten ist einfach
, aber
kann ich auch steuern und bremsen?" Die Prüfgeräte von
heute müssen diesem neuen Erfordernis angepasst werden und die
Messung der Reservekapazität einschließen. Die europäischen
Autohersteller legen großen Wert auf die Reservekapazität,
während in Nordamerika der Kaltstartstrom immer noch der Standard
bei der Bestimmung der Batterieleistung ist. Die meisten modernen Akkuprüfgeräte
können zusätzlich noch den Ladezustand bestimmen.
Vor der
Prüfung muss der Akku etwas aufgeladen sein. Der normale Testbereich
ist ein Ladezustand von 50-100%. Bereits zu Beginn der Tests wurden
über einen großen Temperaturbereich stabile Resultat erzielt.
Die Festigkeit gegen elektrische Störeinwirkungen ist gut. Bei
Versuchen mit einer parasitären Belastung in Höhe von 30 A
wurde keine negative Beeinflussung registriert. Weiterhin ist das Spectro
anscheinend weniger empfindlich gegen Oberflächenladung, als das
bei der Bestimmung der Wechselstrom-Leitfähigkeit durch Einzelfrequenz
der Fall ist, und die Bestimmung des Kaltstartstroms ist beständiger.
Der Tester toleriert Säureschichtung bis zu einem gewissen Grad;
chemische Zusätze können die Messung jedoch beeinflussen.
Abbildung 5 zeigt den Tester CA-12, der so groß ist wie ein dickes
Buch.
Die
frühen Testresultate bezüglich Reservekapazität
Wie nun
kann die Bestimmung der Reservekapazität verbessert werden? Die
besten Resultate werden erzielt, wenn die Akkus nach Architektur und
Kaltstartstrom (CCA Größe) sortiert werden. Wir haben eine
modellspezifische Matrix entwickelt und eine Gruppe von Akkus gleichen
Modells geprüft. Abbildung 7 zeigt die Reservekapazität, gemessen
mit dem Spectro bei konventioneller voller Entladung. Mit der
speziellen Matrix erreicht die Genauigkeit der Messungen den Laborstandard.
Obwohl
die Testresultate in Abbildung 6 und, insbesondere, in Abbildung 7 sehr
ermutigend ausfallen, darf nicht vergessen werden, dass das Spectro
kein Universal-Testgerät ist, das jeden beliebigen Akku prüfen
kann. Es kann nicht mit einem Fotokopiergerät verglichen werden,
dass jedes Dokument und jeden flachen Gegenstand dupliziert, wenn man
auf einen Knopf drückt. Das Spectro benötigt eine akkuspezifische
Matrix als Bezug. Die Genauigkeit des Resultats hängt zum großen
Teil von der Qualität der Matrix ab. Die Matrizen werden im Testgerät
gespeichert und müssen zusammen mit Ah und/oder Kaltstartstrom
gewählt werden. Gegenwärtig erarbeiten wir erfolgreich generische
Matrizen, die für die Messung von Kaltstartstrom und Reservekapazität
verwendet werden können. Zusammenfassung Über den Autor Isidor Buchmann ist Gründer und Geschäftsführer der in Vancouver / Kanada ansässigen Cadex Electronics Inc. Herr Buchmann ist in der Radiokommunikation zu Hause und hat das Verhalten von wiederaufladbaren Akkus über zwei Jahrzehnte hinweg anhand praktischer Anwendungen studiert. Als preisgekrönter Autor vieler Bücher und Artikel über die Wartung von Akkus hat Herr Buchmann auf Seminaren und Konferenzen auf der ganzen Welt technische Vorträge gehalten. Cadex Electronics ist Hersteller von modernen Akkuladern und Akku-Analysegeräten sowie von PC-Software. Produktinformationen finden Sie im Internet unter www.cadex.com.
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