Schnelltest
von Auto- und stationären Batterien Tragbare
Batterien für Mobiltelefone, Laptops und Kameras können schnell geprüft
werden, indem mit einigen Ladeimpulsen geladen wird, und das Verhältnis zwischen
Spannung und Strom beobachtet wird. Das ohmsche Gesetz wird verwendet, um den
Innenwiderstand auszurechnen. Ein Vergleich der Messresultate mit Referenzdaten
gestattet, den Gesundheitszustand der Batterie zu schätzen.h.
Diese
Methode mit Ladeimpulsen funktioniert nicht gut bei grösseren Batterien,
wo normalerweise die Wechselstromleitfähigkeit angewendet wird. Eine Wechselspannung
(AC) wird an die Batterieklemmen angelegt, die als Ripple (Spannungs- und Stromschwankung)
der Gleichspannung (DC) der Batterie überlagert wird, und die Batterie wechselweise
lädt und entlädt.
Die Wechselstromleitfähigkeit ist in
vielen Handtestgeräten eingebaut worden, um Fahrzeugbatterien und stationäre
Batterien zu testen. Um einfache und preisgünstige Geräte anbieten zu
können, laden diese Geräte die Batterie mit Impulsen, anstelle von sinusförmigen
Signalen. Diese Impulse sind gewöhnlich nicht spannungsbegrenzt, und dadurch
kann die thermische Batteriespannung*überschritten werden. Der Schwellwert
der thermischen Spannung einer Blei-Säure-Batterie beträgt 25mV pro
Zelle. Das Überschreiten dieser Spannung ist ähnlich wie das übersteuern
eines NF-Verstärkers. Das Resultat ist verstärktes Rauschen und Verzerrungen.
Die Wechselstromleitfähigkeit ergibt zuverlässige Messresultate,
unter der Bedingung, dass die Batterie vor der Messung voll geladen wurde, geruht
hat oder kurz entladen worden ist. Die Wechselstromleitfähigkeit ist hingegen
unzuverlässig, bei tiefem Ladezustand und manchmal wird eine gute Batterie
als fehlerhaft beurteilt. Im Gegensatz dazu, kann eine fehlerhafte Batterie als
gut befunden werden. Die Abhängigkeit vom Ladezustand wird allgemein von
den Anwendern beanstandet. Die Wechselstromleitfähigkeit arbeitet am besten
bei bekannten Batterien mit definierten Mängeln
Die Wechselstromleitfähigkeit
ist eine sanfte und schnelle Messmethode, und die Messgeräte sind verhältnismässig
günstig. Es gibt jedoch einige grundsätzliche Probleme. Die meisten
gängigen Testgeräte verwenden nur eine Frequenz, welche normalerweise
unterhalb 100Hz liegt. Mehrfrequenzensysteme würden zuverlässiger arbeiten
aber benötigen eine komplexe Datenverarbeitungssoftware, und eine aufwendige
Hardware. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Elektrochemische Impedanz
Spektroskopie (EIS), eine Methode, die einige Unzulänglichkeiten der Wechselstromleitfähigkeit
beseitigt hat.
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* Batterien sind keine
linearen Systeme. Die Gleichung, die eine Batterie definiert, wird linear unterhalb
25mV/Zelle bei 25°C. Diese Spannung wird als thermische Batteriespannung bezeichnet.ltage.
Elektrochemische
Impedanz Spektroskopie (EIS)
Die EIS beurteilt die elektrochemischen
Charakteristiken einer Batterie durch Anlegen eines Wechselspannungspotentials
bei verschiedenen Frequenzen und durch Messen des Stromverlaufs an der elektrochemischen
Zelle. Die Messfrequenz kann variieren von 100 Mikrohertz (µHz) bis 100
Kilohertz. 100 µHz ist eine sehr tiefe Frequenz und benötigt mehr als
zwei Stunden, um einen vollen Zyklus zu absolvieren. Im Vergleich dazu benötigt
eine Frequenz von 100kHz eine Sekunde für 100'000 Zyklen.
Die Anwendung
von verschiedenen Frequenzen kann man sich so vorstellen, als wenn man durch verschiedene
Schichten der Batterie ginge, wobei ihre Charakteristiken bei verschiedenen Niveaus
untersucht werden. Ähnlich wie das Absuchen nach Sendern auf einem Radiogerät,
wo individuelle Stationen verschiedene Arten von Musik anbieten, bietet auch eine
Batterie verschiedene Informationen bei verschiedenen Frequenzen an.
Der Batteriewiderstand enthält einen rein ohmschen Widerstand, eine Induktivität
sowie eine Kapazität. Figur 1 zeigt das klassische Modell von Randles, das
eine typische Batterie beschreibt.
| | Figur
1: Modell von Randles einer Blei-Säure-Batterie. Der
gesamte Batteriewiderstand besteht aus einem rein ohmschen, einem induktiven und
einem kapazitiven Widerstand. Es gibt jedoch viele andere Modelle. |
Der kapazitive
Widerstand ist verantwortlich für den Kapazitätseffekt, der induktive
für den so genannten magnetischen Feldeffekt, oder Spuleneffekt. Die Spannung
an einem Kondensator hinkt dem Strom hinterher. An einer magnetischen Spule hingegen,
hinkt der Strom der Spannung hinterher. Wenn ein sinusförmiges Signal an
eine Batterie gelegt wird, bewirkt der reaktive Widerstand eine Phasenverschiebung
zwischen Spannung und Strom. Diese Information wird verwendet, um die Batterie
zu beurteileny.
Die elektrochemische Impedanz Spektroskopie (EIS) ist
während einigen Jahren verwendet worden, um Analysen von Satellitenbatterien
zu erstellen, wie auch um die Gitterkorrosion und den Wasserverlust bei Flugzeug-
und stationären Batterien abzuschätzen. EIS gibt die Möglichkeit,
die kinetische Reaktion den Elektroden zu beobachten, und um die Änderungen
zu analysieren, die beim täglichen Gebrauch auftreten. Das Ansteigen des
Innenwiderstandes weist sofort auf Störungen durch Korrosion oder anderen
Mängeln hin. Studien über den Innenwiderstand mit Hilfe der EIS-Methode
wurden durchgeführt an Blei-Säure-, Nickel-Kadmium-, Nickel-Metallhydrid-
und Lithium-Ion-Batterien. Die besten Resultate wurden an Einzelzellen erreicht.
Eine der Schwierigkeiten bei EIS ist die Auswertung der Daten. Es ist einfach,
viele Daten zu ermitteln, aber die praktische Umsetzung dieser Daten ist die Schwierigkeit.
Die Analyse der Informationen ist sehr schwierig, da die Messresultate nicht allgemein
gültig sind, sondern von den Batterien und Batterietypen abhängig sind.
Dazu kommt, dass praktisch jede Batterie spezielle Eigenschaften aufweist. Ohne
genau definierte Referenzmessresultate und einer Software, um die Resultate zu
interpretieren, haben die gesammelten Daten keine Aussagekraft für eine normale
Person.
Die moderne Technologie kann behilflich sein, indem charakteristische
Einstellungen eines gegebenen Batterietyps im Testinstrument abgespeichert werden.
Fortschrittliche digitale Signalprozessoren sind in der Lage, viele Millionen
von Operationen pro Sekunde durchzuführen. Die Software übersetzt die
Daten in ein einfaches Messresultat. EIS hat das Potential, eine echte Alternative
zu werden zur Wechselstromleitfähigkeit, zum Testen von Auto-, Lokomotiv-
und stationäre Batterien. Namhafte Fortschritte in dieser Richtung sind im
Gange.
Die
Kommerzialisierung der elektrochemischen Impedanz Spektroskopie
Cadex entwickelt eine Methode für den Schnelltest von Batterien, die
auf der EIS-Technik aufgebaut ist. Das mit dem Warenzeichen Spectro bezeichnete
System speist sinusförmige Signale mit mehreren Frequenzen ein. Die Signale
sind spannungsüberwacht und bleiben unterhalb der thermischen Batteriespannung.
Spectro wurde getestet mit willkürlich ausgewählten Autobatterien,
die verschiedene Qualitäten aufwiesen. Autobatterien eignen sich ausgezeichnet
für einen solchen Test, denn sie sind in genügender Anzahl erhältlich.
Um die Zuverlässigkeit zu zeigen, testeten wir 6 typische Autobatterien (A,
B, C, D, E und F), von verschiedener Qualität. Es waren nasse Blei-Säure-Batterien
vom selben Modell.
Zu Beginn des Tests wurden die Batterien voll aufgeladen,
und die aktuelle Kaltstartstrommessung (CCA) wurde mit Hilfe des SAE J537-Standards
durchgeführt. Anschliessend wurden die Batterien mit der Wechselstromleitfähigkeit
und der Spectro Methode getestet. Die Annäherungsmessung mit Spectro
wurde mit einer modellspezifischen Matrix durchgeführt.
| |
Figur
2: Vergleichsmessungen von CCA mit Spectro, unter Verwendung einer batteriespezifischen
Matrix. Die blauen Messpunkte entsprechen den Messungen mit Wechselstromleitfähigkeit.
Man sieht, dass die Messungen mit Spectro den Messpunkten der echten CCA-Messung
sehr gut entsprechen |
Batterien
werden für Tests in den verschiedensten Zuständen angeliefert, auch
mit tiefem Ladezustand (SoC). Mit der Wechselstromleitfähigkeit werden die
CCA-Messungen stark vom Ladezustand beeinflusst, und zwar in einer Weise, die
die Testresultate sinnlos werden lassen. Um die Unabhängigkeit der Spectro-Messungen
gegenüber dem SoC zu demonstrieren, wurde Spectro verwendet, um die
CCA-Werte einzuschätzen, bei verschiedenen Ladezuständen. Die Resultate
sind in Figur 3 gezeigt.
 | Figur
3: CCA-Schnelltest mit verschiedenen SoC's.Spectro ergibt gute Messresultate
von 40 bis 100% SoC. Die Messungen mit Wechselstromleitfähig-keit sind stärker
vom Ladezustand beeinflusst. |
Idealerweise
sollte die Kurve absolut horizontal verlaufen. Die Spectro-Kurve weicht
nur wenig ab im Bereich zwischen 40 und 100% SoC. Vergleichsweise dazu, zeigt
die CCA-Annäherungsmessung mit Wechselstromleitfähigkeit sehr starke
Abweichungen zur horizontalen Kurve, hervorgerufen vom Ladezustand.
Obwohl
frühere, mit der Spectro Technologie durchgeführten Testresultate
grosse Vorteile gegenüber herkömmlichen Testmethoden zeigten, sind die
elektrischen Anforderungen und die Komplexität sehr anspruchsvoll. Die Eingabe
von sinusförmigen Signalen mit verschiedenen Frequenzen und überwachten
Niveaus, sowie das Verarbeiten der grossen Datenmenge verursacht Kosten.
Cadex
plant, den ersten kommerziellen tragbaren Spectro für Autobatterien
gegen Ende 2004 freizugeben. Testgeräte für stationäre Batterien
sind für 2005 vorgesehen. Unsere Forschung arbeitet laufend am Erfassen von
neuen Batteriemodellen und Chemien, und hat erreicht, die Testzeit von anfänglich
2 Minuten auf etwa 20 Sekunden zu senken. Ein Patent für SpectroTM ist zugesprochen
worden.