| Welches
ist die Rolle eines Suprakondensators?
Der Suprakondensator
gleicht einem gewöhnlichen Kondensator, mit der Ausnahme, dass er eine sehr
hohe Kapazitanz in einem kleinen Gehäuse speichern kann. Die Energie wird
mit Hilfe einer statischen Ladung gespeichert, anstelle eines elektrochemischen
Prozesses, wie er in einer herkömmlichen Batterie stattfindet. Durch das
Anlegen von unterschiedlichen Spannungen an der positiven und negativen Platte,
erfolgt eine Aufladung des Suprakondensators. Dieses Konzept ist vergleichbar
mit der elektrischen Ladung, die entsteht, wenn man sich auf einem Teppich bewegt.
Das Konzept des Suprakondensators besteht schon seit einigen Jahren. Neuere Ausführungen
ergeben höhere Kapazitäten mit kleineren Abmessungen.
Während
ein gewöhnlicher Kondensator aus leitfähigen Folien und einem trockenen
Separator besteht, bewegt sich der Suprakondensator mehr in Richtung Batterietechnologie,
indem spezielle Elektroden und Elektrolyte verwendet werden. Es gibt drei Arten
von Elektroden, die für Suprakondensatoren geeignet sind. Es sind dies Aktivkohleplatten
mit grosser Oberfläche, Metalloxyde und leitfähiges Polymer. Das Elektrodenmaterial
mit grosser Oberfläche genannt 'Double Layer Capacitor (DLC)' ist in der
Herstellung am wenigsten aufwendig und wird deshalb am meisten angewendet. Es
speichert die Energie in der doppelten Schicht, nahe der Oberfläche der Kohleelektrode.
Der
Elektrolyt kann entweder flüssig oder organisch sein. Die flüssige Ausführung
ergibt einen kleinen inneren Widerstand, begrenzt aber die Spannung auf 1 Volt.
Im Gegensatz dazu ermöglicht der organische Elektrolyt eine Ladespannung
von 2,5 Volt, aber der innere Widerstand ist höher.
Um mit höheren
Spannungen zu arbeiten, werden die Suprakondensatoren in Serie geschaltet. In
einer Kette von mehr als 3 Kondensatoren muss ein Spannungsausgleich vorgesehen
werden, um zu verhindern, dass einzelne Zellen überladen werden. Die Energiemenge,
die ein Kondensator aufnehmen kann, wird in Mikrofarad oder mF (1mF = 0.000,001
Farad) angegeben. Während kleine Kondensatoren Nanofarads (1000x weniger
als 1mF) oder Picofarads (1 Million x kleiner als 1mF) aufnehmen können,
bewegen sich die Suprakondensatoren im Bereich von Farads.
Die gravimetrische
Energiedichte für den Suprakondensator beträgt von 1 bis 10Wh/kg. Diese
Energiedichte ist hoch verglichen mit einem gewöhnlichen Kondensator, aber
er beträgt nur etwa ein Zehntel einer Nickel-Metall-Hydrid-Batterie. Während
eine elektrochemische Batterie eine ziemlich stabile Spannung liefert im Bereich
des verwendbaren Energiespektrums, ist die Spannung eines Suprakondensators linear
und kann deshalb plötzlich von der Vollspannung auf 0 Volt fallen. Aus diesem
Grund ist der Suprakondensator nicht in der Lage, seine gesamte Ladung abzugeben.
Wenn
z.B. eine 6V Batterie bis auf 4,5V entladen werden kann, bevor der Verbraucher
aufhört zu funktionieren, erreicht der Suprakondensator diese Schwelle bereits
im ersten Viertel des Endladezylus. Die verbleibende Energie verschwindet in einem
nicht anwendbaren Spannungsbereich. Ein DC-DC-Konverter könnte dieses Problem
lösen, aber ein solcher Regulator kostet Geld und bringt ausserdem einen
10 bis 15% Verlust des Wirkungsgrades.
Der Suprakondensator wird weniger
als Hauptenergiequelle verwendet, sondern eher als Notenergiequelle, um kurze
Stromausfälle überbrücken zu können. Eine weitere Applikation
ist, eine Batterie kurzzeitig mit zusätzlicher Energie zu unterstützen.
Der Suprakondensator wird dann parallel zur Batterie geschaltet, und liefert die
Stromspitzen, wenn die Belastung kurz ansteigt. Der Suprakondensator wird ebenfalls
einen Markt finden für tragbare Brennstoffzellen, um die Leistung bei Spitzenbelastungen
zu verbessern. Auf Grund seiner Eigenschaft, sich sehr schnell aufzuladen, werden
grosse Suprakondensatoren verwendet für regeneratives Bremsen von Fahrzeugen.
Mehr als 400 Suprakondensatoren werden in Serie geschaltet, um die nötige
Energiekapazität speichern zu können.
Die Ladezeit eines Suprakondensators
ist ca. 10 Sek. Die Möglichkeit, diese Energie aufnehmen zu können,
ist vorwiegend begrenzt durch die Grösse des Ladegerätes. Die Ladecharakteristik
ist ähnlich jener einer elektrochemischen Batterie. Die Initialladung erfolgt
sehr schnell; eine Ergänzung der Ladung bis zum Maximum jedoch benötig
zusätzliche Zeit. Beim Laden eines leeren Suprakondensators müssen gewisse
Vorkehren getroffen werden, um den Ladestrom zu begrenzen.
Was die Lademethode
betrifft, gleicht ein Suprakondensator einer Blei-Säure-Batterie. Die volle
Ladung ist erreicht, wenn eine vorgegebene Spannungsschwelle erreicht wird. Anders
als bei den elektrochemischen Batterien, benötigt der Suprakondensator keine
elektronische Schaltung, um die Vollladung zu erkennen. Suprakondensatoren nehmen
soviel Energie auf, wie möglich ist. Wenn die Batterie voll ist, wird der
Ladevorgang abgebrochen. Es besteht keine Gefahr wegen Überladung oder Memory-Effekt.
Der Suprakondensator kann praktisch unbeschränkt geladen und entladen
werden. Anders als elektrochemische Batterien ist der Suprakondensator keinem
Verschleiss durch Lade/Entladezyklen unterworfen, und auch das Alter beeinflusst
den Suprakondensator kaum. Im normalen Gebrauch verschlechtert sich ein Suprakondensator
auf 80% nach etwa 10 Jahren.
Die Selbstentladung eines Suprakondensators
ist ordentlich höher als bei einer elektrochemischen Batterie. Suprakondensatoren
mit organischem Elektrolyt werden stärker beeinflusst. In 30 bis 40 Tagen
sinkt die Kapazität von Vollladung auf 50%. Im Vergleich dazu verliert eine
auf Nickel basierende Batterie etwa 10% ihrer Ladung in der gleichen Zeitspanne. Suprakondensatoren
sind verhältnismässig teuer bezogen auf die Kosten pro Watt. Einige
Systemingenieure argumentieren, das Geld wäre besser angelegt, eine grössere
Batterie vorzusehen, durch zusätzliche Batteriezellen. Aber der Suprakondensator
ist nicht unbedingt in Konkurrenz mit chemischen Batterien. Man könnte eher
sagen, dass die eine Batterie die andere ergänzt.
Vorteile ·
Praktisch unbegrenzte Lebenserwartung - erträgt Millionen von Zyklen ·
Tiefer Innenwiderstand - verbessert das Verhalten einer Batterie unter Belastung,
wenn parallel geschaltet · Schnelle Aufladung - ein Suprakondensator
wird innert Sekunden aufgeladen · Einfache Lademethode - keine Volladungserkennung
wird benötigt, keine Gefahr durch Überladung. Grenzen ·
Lineare Entladespannung verhindert das gesamte Energiespektrum auszunutzen. ·
Tiefe Energiedichte - enthält typischerweise einen Fünftel bis einen
Zehntel der Energie einer vergleichbaren elektrochemischen Batterie. ·
Zellen haben tiefe Spannungen - Serieschaltung von Zellen sind nötig, um
höhere Spannungen zu erreichen. ein Spannungsabgleich ist nötig, wenn
mehr als 3 Suprakondensatoren in Serie geschaltet werden. · Hohe Selbstentladung
- im Verhältnis ist sie deutlich höher als jene einer elektrochemischen
Batterie.
Information
provided by Maxwell Technologies, Inc
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
|