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Wie müssen Batterien gelagert werden?
Batterien
sind verderbliche Güter, deren Zerfall beim Verlassen des Fabrikationsprozesses
beginnt. Durch einfache, vorbeugende Massnahmen kann der Benutzer jedoch den Alterungsprozess
verlangsamen. Dieser Artikel vermittelt einige Richtlinien, wie der mit der Alterung
verbundene Kapazitätsverlust reduziert werden kann, und wie neue und gelagerte
Batterien formatiert resp. vorbereitet werden sollten.
Die empfohlene Lagertemperatur
für die meisten Batterien ist 15°C. Während Bleisäure-Batterien
immer voll aufgeladen sein müssen, sollten auf Nickel und Lithium basierende
Batterien bei einem 40% Ladezustand (SoC) gelagert werden. Dieser Ladezustand
reduziert am meisten den mit der Alterung verbundenen Kapazitätsverlust,
und hält die Batterie trotzdem in einem funktionstüchtigen Zustand.
Figur 1 zeigt die wiederherstellbare Kapazität über ein Jahr, in Anhängigkeit
von verschiedenen Lagertemperaturen und Ladezuständen.

Figur 1: Nichtwiederherstellbarer Kapazitätsverlust von auf Lithium und
Nickel basierenden Batterien nach Lagerung. Hohe Ladezustände und erhöhte
Temperaturen beschleunigen den Kapazitätsverlust.
In
der Familie der Lithium-Ion Batterien bietet Kobalt einen kleinen Vorteil gegenüber
Magnesium (Spinel) in Bezug auf höhere Lagertemperaturen. Auch bei auf Nickel
basierenden Batterien wirken sich höhere Lagertemperaturen negativ aus, aber
in einem kleineren Masse als bei Lithium-Ion.
Die meisten heutigen Laptop-Computer
werden mit Lithium-Ion-Batterien betrieben. Während des Betriebes steigt
die Temperatur im Batteriefach eines Laptops auf ca. 45°C. Die Verbindung
eines hohen Ladezustandes und der erhöhten Umgebungstemperatur wirkt sich
nachteilig auf die Batterie aus. Dies erklärt die verhältnismässige
kurze Lebenserwartung von vielen Laptop-Batterien.
Versiegelte Bleisäure-Batterien
können bis zu 2 Jahren gelagert werden. Eine regelmässige Aufladung,
auch mit 'Refresh'/Auffrischungs-Ladung bezeichnet, ist nötig, um zu verhindern,
dass die Zellenspannung unterhalb 2.10V fällt (Gewisse Bleisäure-Batterien
gestatten etwas tiefere Spannungspegel). Ungenügende Ladung führt zu
Sulfatierung, einen Oxydationsbelag auf der negativen Platte, welcher den Stromfluss
bei Ladung und Entladung behindert. Eine Vollladung und/oder eine Regeneration
können manchmal in einem frühen Stadium den Kapazitätsverlust korrigieren.
Formatieren
von neuen Batterien
Die Hersteller empfehlen eine Langsamladung von
Batterien auf Nickelbasis während 24 Std. für fabrikneue Batterien und
solche, die lange gelagert wurden. Eine solche Wartung bringt alle Zellen auf
einen identischen Ladezustand und verteilt den Elektrolyt wiederum auf die trockenen
Stellen, die durch die Gravitation des Elektrolyt entstanden sind. Es ist ratsam,
vor Gebrauch der Batterie die Kapazität mit einem Batterie-Analyser zu überprüfen.
Dies ist speziell wichtig bei kritischen Anwendungen.
Zyklisches Formatieren
wird empfohlen, um einen Kapazitätsverlust zu kompensieren, der bei Batterien
auf Nickelbasis nach einer Lagerung von 6 Monaten und mehr auftreten kann. Dies
wird erreicht durch eine Langsamladung, gefolgt von einem oder mehreren Entlade/Lade-Zyklen.
Die Wiederherstellungsrate wird bestimmt durch die Umstände, unter denen
die Batterie eingelagert war. Je länger die Lagerung und je höher die
Lagertemperatur war, umso mehr Zyklen sind nötig. Das Programm Prime des
Batterie-Analysers von Cadex führt automatisch die nötige Anzahl Zyklen
durch, um die maximale Kapazität zu erreichen.
Batterien auf Nickelbasis
sind nicht immer voll formatiert, wenn sie die Fabrik verlassen. Die Durchführung
vom mehreren Lade/Entlade-Zyklen, entweder im normalen Gebrauch oder mit Hilfe
eines Batterie-Analysers, vervollständigt die Formatierung. Die benötigte
Anzahl Zyklen zur Erreichung der maximalen Kapazität ist verschieden, je
nach Zellenhersteller. Qualitätszellen erreichen die Spezifikationen nach
5 bis 7 Zyklen. Eine ungenügende Formatierung kann 50 oder mehr Zyklen benötigen,
bis ein annehmbarer Kapazitätspegel erreicht wird.
Was ist der Unterschied
zwischen 'priming/vorbereiten' und 'forming/formatieren'? Für den Benutzer
bedeuten beide Bezeichnungen, dass ungenügende Kapazität festgestellt
wurde. Der Unterschied kann so erklärt werden, dass die Formatierung nur
einmal, wenn die Batterie fabrikneu ist, durchgeführt werden muss, während
das Vorbereiten mehrmals erfolgen sollte, und zwar jedes Mal nach einer längeren
Einlagerung der Batterie.
Lithium-Ion-Batterien geben bereits nach der
ersten Aufladung volle Leistung ab. Die Hersteller von Lithium-Ion-Zellen betonen,
dass keine Formatierung nötig sei. Trotzdem ist eine Formatierung nützlich
als Erstbeginn und um die Batterieleistung kontrollieren zu können. Eine
übermässige Anzahl Zyklen sollte vermieden werden, wegen des Abnützungs-Effektes.
Die
eingebaute Schutzschaltung von Lithium-Ion-Batterien ist bekannt als Ursache für
Probleme nach langer Lagerung. Lässt man die Batterie im entladenen Zustand,
kann die Selbstentladung die Batterie langsam leeren, und schliesslich sinkt die
Zellenspannung auf 2.5V. Bei dieser Zellenspannung kann das Ladegerät die
Batterie nicht mehr erkennen, und die Batterie scheint tot zu sein. Fortschrittliche
Batterie-Analyser (Cadex) enthalten ein Boost/Aufweck-Programm, welches die Schutzschaltung
wieder aktiv schaltet, was wiederum ermöglicht, die Batterie normal aufzuladen.
Ist die Zellenspannung unterhalb 1.5V/Zelle gefallen, und ist die Batterie während
einiger Tage in diesem Zustand geblieben, sollte aus Sicherheitsgründen von
einer Aufladung abgesehen werden.
Um eine Selbstentladung von neu hergestellten
Batterien zu verhindern, enthalten moderne Lithium-Ion-Batterien einen 'Schlafmodus',
der die Sicherheitsschaltung ausser Betrieb nimmt, bis sie durch eine kurze Aufladung
wieder aktiviert wird. Einmal im Einsatz verbleibt die Batterie funktionstüchtig
und der Vorteil des Schlafmodus wird nicht mehr benötigt. Bleisäure-Batterien
sollten vorbereitet werden durch Durchführen einer Vollladung, gefolgt von
einer Entladung und einer neuerlichen Vollladung. Die Kontrolle der Kapazität
während der Entladung ist wichtig, speziell wenn die Batterie in einer kritischen
Anwendung eingesetzt wird, wie z.B. im medizinischen Umfeld. Das 'Vorbereiten/Priming'
wird empfohlen nach einer Lagerung der Batterie von 6 Monaten und länger.
Batterie-Analyser führen diese 'Vorbereitung' automatisch durch.
Man
glaubt, dass eine teilweise oder vollständige Entladung alle 6 Monate die
Leistung einer Bleisäure-Batterie verbessere. Zu häufige Entladungen
sollten jedoch vermieden werden, da dies die Batterie unnötigerweise belastet
(Abnützungs-Effekt).
Ein Kapazitätsverlust während des Lebens
einer Batterie kann nicht vermieden werden; einfache Massnahmen helfen jedoch,
diesen Effekt zu reduzieren:
· Halten Sie die Batterien in einem
kühlen und trockenen Lagerraum. Ein Kühlschrank ist empfohlen; ein Tiefkühler
sollte nicht verwendet werden. Im Kühlschrank sollte die Batterie mit einem
Plastikbehälter oder -sack gegen Kondensation geschützt werden. ·
Laden Sie Lithium-Ion-Batterien nicht voll auf vor der Einlagerung. Laden Sie
sie nur teilweise auf, und führen Sie erst eine Vollladung durch vor dem
Einsatz. · Lagern Sie die Lithium-Ion-Batterien nicht ein in voll entladenem
Zustand. Wenn die Batterie leer ist, laden Sie sie auf, während 30 Minuten,
vor der Einlagerung. Die Selbstentladung einer leeren Batterie kann zum Öffnen
der Schutzschaltung führen, was dann die Aufladung der Batterie unmöglich
macht. · Halten Sie keinen Vorrat an Lithium-Ion-Batterien; kaufen Sie
keine überalterte Batterien, auch wenn sie zu reduzierten Preisen angeboten
werden. Beachten Sie, soweit vorhanden, das Fabrikationsdatum. · Lassen
Sie nie Batterien auf Nickelbasis für mehrere Tage in ihrem Ladegerät.
Eine längere Schwebe (oder Unterhalts-) -ladung fördert die Kristallbildung
(Memory-Effekt). · Lagern Sie Bleisäure-Batterien immer in voll
geladenem Zustand. Beobachten Sie die offene Klemmenspannung und laden Sie die
Batterie alle 6 Monate auf, oder gemäss den Angaben des Herstellers.
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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