| Das
Aufladen von Batterien auf Nickelbasis
Die Zuverlässigkeit
und Langlebigkeit einer Batterie hängt zum grössten Teil von der Qualität
des Ladegerätes ab. Den Batterieladegeräten werden sehr oft nur kleine
Prioritäten zugeordnet, speziell bei Konsumgütern. In diesem Dokument
behandeln wir das Ladegerät als ein wichtiges Zubehör und in einem gewissen
Sinn als Beschützer der Batterie. Wir betrachten verschiedene Lademethoden
im Hinblick auf bessere Leistung von Batterien auf Nickelbasis. (Eine entsprechende
Studie wird sich mit Lithium und Blei als Basis beschäftigen).
Eine
Batterie sollte während der Ladung immer kühl bleiben, da erhöhte
Temperaturen die Lebenserwartung der Batterie verkürzen. Einen gewissen Temperaturanstieg
bei auf Nickel basierenden Batterien kann nicht vermieden werden. Die Zeit, während
der eine Batterie höheren Temperaturen ausgesetzt ist, sollte kurz bleiben.
Ein Temperaturanstieg erfolgt in der zweiten Hälfte des Ladezyklus. Die Batterie
sollte Raumtemperatur aufweisen, wenn sie sich in Schwebeladung befindet. Wenn
die Temperatur höher ist als Raumtemperatur, und dies während einiger
Stunden und im 'ready'-Modus, dann hat das Ladegerät nicht richtig funktioniert.
In diesem Fall sollte die Batterie sobald geladen, aus dem Ladegerät entfernt
werden.
Eine Lithiumbatterie darf nie warm werden während der Aufladung.
Ist dies der Fall, ist entweder die Batterie oder das Ladegerät defekt. Von
einer weiteren Verwendung sollte abgesehen werden.
Ladegeräte für
auf Nickel basierende Batterien können in 3 Kategorien aufgeteilt werden:
Langsamladegerät
--- Auch bekannt als 'Übernachtlader'. Das Langsamladegerät führt
eine feste Ladung von ca. 0,1C* durch (ein Zehntel der Kapazität), und zwar
so lange, als die Batterie am Ladegerät angeschlossen ist. Die Ladezeit beträgt
etwa 14 bis 16 Stunden. Langsamladegeräte werden für drahtlose Telefone,
tragbare CD-Spieler oder andere Konsumgüter angewendet.
Normalladegerät
--- Ein Normalladegerät lädt in einem mittleren Bereich, sowohl im Sinn
der Ladezeit wie auch vom Preis aus gesehen. Die Ladezeit beträgt 3 bis 6
Stunden. Das Ladegerät schaltet auf Schwebeladung, sobald der Ladevorgang
beendet ist. Normalladegeräte werden für drahtlose Telefone, Laptops
und Videokameras verwendet.
Schnellladegerät --- Gebaut
für Batterien auf Nickelbasis, lädt ein Schnellladegerät eine Batterie
in 1 Stunde auf. Eine Schnellladung wird bevorzugt, da sie die Bildung von grossen
Kristallen reduziert (Memory-Effekt). Eine zuverlässige Erkennung des Vollladezustandes
ist wichtig. Wenn die Batterie voll geladen ist, stoppt das Ladegerät den
Schnellladevorgang und schaltet auf Schwebeladung. Schnellladegeräte werden
sowohl in der Industrie wie auch für Batterien von Funkgeräten, von
medizinischen Geräten und Werkzeugen verwendet. Fabrikneue Batterien
auf Nickelbasis sollten vor dem Ersteinsatz mit einer 24-stündigen Langsamladung
formatiert werden. Die Langsamladung bringt alle Zellen in einen identischen Ladezustand,
was nötig ist, da die Zellen eine unterschiedliche Selbstentladung haben
können. Eine Langsamladung verteilt auch den Elektrolyt gleichmässig,
was trockene Stellen auf dem Trennelement korrigiert, die entstanden sein können
durch die Einwirkung der Schwerkraft während der Lagerung.
Einige
Batteriehersteller führen keine volle Formatierung der Batterien durch vor
ihrer Auslieferung. Die volle Leistung einer Batterie wird erst erreicht, nachdem
die Batterie durch mehrere Lade-/Entladezyklen formatiert worden ist, entweder
durch einen Batterieanalyser, oder im normalen Einsatz. In einigen Fällen
werden 50 bis 100 Lade-/Entladezyklen benötigt für volle Leistung. Bei
einer gezielten Formatierung wird die volle Leistung nach 5 bis 7 Zyklen erreicht.
Die
meisten wiederaufladbaren Zellen sind mit einem Sicherheitsventil ausgestattet,
um den bei einer Ladung entstehenden Überdruck austreten zu lassen. Ein Sicherheitsventil
bei Batterien auf Nickelbasis öffnet zwischen 10 und 13 Bar, oder 150 bis
200 psi (Der Druck eines Autoreifens beträgt ca. 2.3 Bar oder 35 psi). Mit
wiederverschliessbaren Ventilen entstehen keine Schäden nach einer eventuellen
Verwendung. Sonst kann der Elektrolyt austreten und die Versiegelung kann ein
Leck aufweisen. Ein weisses Pulver an der Ventilstelle zeigt, dass das Ventil
gearbeitet hat.
Die Schnellladung verbessert die Ladeeffizienz. Mit 1C
ist die Ladeeffizient etwa 90% und die Ladezeit bei einer leeren Batterie beträgt
etwas mehr als 1 Stunde. Mit 0.1C sinkt die Ladeeffizienz auf 70% und die Ladezeit
beträgt 14 Stunden oder mehr.
Bei einer 70% Initialladung beträgt
die Ladeakzeptanz einer gesunden Nickel-Kadmium-Batterie ca. 100%. Beinahe alle
Energie wird aufgenommen und die Batterie bleibt kühl. Die Ladung mit Strömen
gemäss dem C-Koeffizienten kann mehrere Male erfolgen, ohne dass die Batterie
sich erwärmt. Ultraschnellladegeräte verwenden diese Möglichkeit,
um eine Batterie innert wenigen Minuten auf 70% aufzuladen. Die 70% überschritten,
verliert die Batterie gleichmässig die Möglichkeit der Ladeakzeptanz.
Der Druck steigt und die Temperatur nimmt zu.
Nickel-Kadmium und Nickel-Metallhydrid-Batterien
mit sehr hohen Kapazitäten tendieren stärker zur Erwärmung als
Standardbatterien, wenn sie schnell geladen werden. Dies wird teilweise begründet
mit dem steigenden inneren Zellenwiederstand. Um diesen Temperaturanstieg abzuschwächen
und trotzdem kurze Ladezeiten zu erreichen, arbeiten moderne Ladegeräte zu
Beginn mit einem hohen Ladestrom, der dann reduziert wird, um sich der Ladeakzeptant
anzupassen.
Eingestreute Entladeimpulse während des Ladevorganges
verbessern die Ladeakzeptanz von Batterien auf Nickelbasis. Diese auch als Burb
oder Revers Load Ladung bezeichnete Methode unterstützt die Regeneration
der während der Ladung gebildeten Gase. Die Resultate davon sind bessere
Leistung, kleinerer Memory-Effekt und längere Lebenserwartung.
Die
Vollladeerkennung basiert auf einer Kombination von Spannungsabfall bei Erreichen
der Vollladung (negatives Delta V), Wert des Temperaturanstieges (dT/dt), absolute
Temperatur und des Timeout-Zählers. Das Ladegerät verwendet das zuerst
auftretende Kriterium, um den Ladevorgang abzubrechen.
Mit dem Versuch,
einige zusätzliche Kapazitätspunkte zu gewinnen, erlauben einige Ladegeräte
gewisse Überladungen. Der dadurch entstehende Kapazitätsgewinn beträgt
bei einer guten Batterie etwa 6%. Der Nachteil ist eine Verkleinerung der möglichen
Ladezyklen. Anstelle von 350 bis 400 Ladezyklen, die zu erwarten wären, erreicht
eine Batterie mit dieser aggressiven Lademethode nur noch etwa 300 Zyklen.
Nach
einer initialen Schnellladung, verwenden einige Schnellladegerät eine zeitgesteuerte
Vollladung, gefolgt von einer Schwebeladung. Die empfohlene Schwebeladung bei
Nickel-Kadmium beträgt 0.05C bis 0.1C. Wegen des drohenden Memory-Effektes
und der Kompatibilität mit Nickel-Metallhydrid wird die Schwebeladung so
tief wie möglich gehalten. Es ist jedoch schwierig, wenn nicht unmöglich,
Nickel-Metallhydrid langsam zu laden. Von 0.1C bis 0.3C sind die Kennlinien der
Spannung und der Temperatur eher undefiniert und die Messung des Vollladezustandes
ist unsicher, und das Ladegerät muss mit einem Timer gekoppelt werden. Eine
nachteilige Überlastung entsteht, wenn eine teilweise und vollgeladenen Batterie
mit einem festen Timer geladen wird. Dasselbe geschieht bei einer älteren
Batterie, die einen Kapazitätsverlust zeigt. Eine Überladung kann bereits
erfolgen, obwohl die Nickel-Metallhydrid-Batterie beim Berühren kühl
erscheint.
Billige Ladegeräte können eventuell keine richtige
Vollladung durchführen. Manche zeigen eine Vollladung an, sofort nach Erreichen
der Spitzenspannung oder Spitzentemperatur. Solche Ladegeräte werden oft
angepriesen wegen den kurze Ladezeiten und einem mässigen Preis. Einfache
Richtlinien
· Vermeiden von erhöhter Temperatur während
der Ladung. Keine Ladegeräte verwenden, die die Batterien zum 'Kochen' bringen. ·
Ein Ladegerät für Nickel-Metallhydrid kann ebenfalls für Nickel-Kadmium
eingesetzt werden, aber nicht umgekehrt. Ein für Nickel-Kadmium gebautes
Ladegerät wird eine Nickel-Metallhydrid-Batterie überladen. ·
Batterien auf Nickelbasis bevorzugen Schnellladung. Das Verwenden von Langsamladung
führt zur Kristallentwicklung (Memory). · Wenn nicht gebraucht,
entfernen der Batterie vom Ladegerät und Aufladung unmittelbar vor dem nächsten
Einsatz. Belassen Sie keine Batterien auf Nickelbasis länger als einige wenige
Tage im Ladegerät, selbst wenn eine Schwebeladung durchgeführt wird. Ein
gut konzipiertes Ladegerät ist ein ziemlich komplexes Gerät. Kurzfristige
Einsparungen können den Benutzer auf die Dauer teuer zu stehen kommen. Die
Wahl eines gut konzipierten Ladegerätes wird die Investition auf die Dauer
mit länger lebenden und bessere Leistungen aufweisende Batterien rechtfertigen.
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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