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Batterien, jetzt und damals
Technologische Fortschritte treten üblicherweise regelmässig ein, nachdem
ein wichtiger Durchbruch stattgefunden hat. Nicht so bei der Elektrizität.
Die elektrische Leistung wurde um ca. 1600 n. Chr. (oder etwas früher) entdeckt.
Zu jener Zeit wusste niemand richtig, was man damit anfangen konnte, als Blitze
herzustellen oder Experimente mit zuckenden Froschbeinen durchzuführen. Metallische
Plattierung durch Elektrolyse wurde erstmals um 1800 angewendet. Aber bereits
kurz nachher wurde eine elektrische Lampe mit Holzkohleelektroden mit einer Primärbatterie
gespeist. Als dann der Zusammenhang mit dem Magnetismus, in der Mitte des 19.
Jahrhunderts, entdeckt wurde, wurden Generatoren erfunden, die in der Lage waren,
einen gleichmässigen Fluss von Elektrizität zu produzieren. Es folgten
Motoren, die mechanische Bewegungen ermöglichten, und die Edisonlampe entstand,
um die Dunkelheit zu besiegen. Die Erfindung der elektronischen Vakuumröhre
im frühen 20. Jahrhundert war der wichtigste nächste Schritt in Richtung
Spitzentechnologie, und es entstanden Frequenzoszillatoren, Signalverstärker
und digitale Schalter. Dies führte zum Rundfunk um 1920 und erlaubte den
Bau des ersten operationellen digitalen Computers (ENIAC) um 1946.Die Entdeckung
des Transistors um 1947 glättete den Weg zu den integrierten Schaltungen
10 Jahre später. Und schliesslich führte uns der Mikroprozessor ins
Informationszeitalter und revolutionierte die Zeit, in der wir leben.
Während grosse Primärbatterien seit rund 200 Jahren existieren, gibt
es die verschweissten Nickel-Kadmium-Batterien, die wir heute kennen, erst seit
dem erfinden des Transistors, d.h. seit ca. 1947. In der Zwischenzeit wurden Batterien
zu einer sehr wichtigen Energiequelle, und die Nachfrage nimmt ständig zu.
Im Jahr 2000 wurde die totale, aus Batterien stammende Energie, weltweit für
Laptops und Handfunkgeräte eingesetzt, auf ca. 2500 Megawatt geschätzt.
Batterieleistung
und der Jumbojet Boeing 747 Reisende erfahren das erhebende Abheben
eines Jumbojets. Bei einer vollen Ladung von 400 Tonnen, benötigt der Boeing
747 eine Energie von 90 Megawatt (MW) um in die Luft zu gehen. Das entspricht
120000 PS (Pferdestärken). Bei Erreichen der Reisegeschwindigkeit wird der
Energiebedarf etwa halbiert, auf 45 Megawatt (oder 60000 PS). Die weltweit verbrauchte
Batterieleistung für Laptops und Mobiltelefone könnte 56 Boring 747
in der Luft halten. Die mächtige Queen Mary, ein 81000 Tonnen Kreuzfahrtschiff
von über 300m Länge, wurde durch vier Dampfturbinen mit total 160000PS
angetrieben. Die weltweit verbrauchte Energie mit Laptops und Mobiltelefonen könnte
20 Queen Mary antreiben, mit 3000 Passagieren und dem Personal an Bord und einer
Reisegeschwindigkeit von 28,5 Knoten (52km/h). Die Queen Mary wurde 1934 in Betrieb
genommen, und ist heute ein Museum in Long Beach, Kalifornien. Ein grösseres
Fahrzeug besitzt einen Motor mit 275PS (200kW). Ein durchschnittliches Einfamilienhaus
ist ausgelegt für eine Leistung von 20kW. Ein grösseres Fahrzeug hat
also genug Leistung, um 10 Einfamilienhäuser mit Leistung zu versorgen, und
auch den Bedarf in Spitzenzeiten zu decken. Diese Tatsache ist entscheidend, wenn
man berücksichtigt, dass die meisten Fahrzeuge nur den Lenker transportieren.
Eine aktive Person benötigt 3500 Kalorien pro Tag, um fit zu bleiben,
was grob geschätzt 4000W in 24 Stunden entspricht (1 Nahrungskalorie = 1,16
Wh). Wenn man zu Fuss unterwegs ist, kann man ungefähr 40km pro Tag zurücklegen.
In der folgenden Tabelle vergleichen wir die Energie pro Passagierkilometer einer
vollgeladenen Boeing 747, dem ehemaligen Kreuzfahrtschiff Queen Mary, einem 4
x 4 Geländewagen oder einer gesunden Person zu Fuss.
Figur 1:
Benötigte Leistung für verschiedene Transportmethoden. Flugreisen verlangen
die kleinste Energie pro Passagier, in bezug auf mechanische Transportmöglichkeiten.
Das Schiff wird effizient für schwere Frachten. Die absolut tiefste Energie
benötigt ein Fussgänger.
___________________ *4.186
Joule werden benötigt, um die Temperatur von einem Gramm Wasser um 1°C
ansteigen zu lassen. Mehr
über mechanische Leistungen:http://en.wikipedia.org/wiki/Power_%28physics%29
Wie weit sind neuere Batteriechemien noch entfernt?
Lithium-Ion
ist der Sieger für tragbare Anwendungen. Die am meisten verwendeten Lithium-Ion
sind die zylindrischen Zellen 18650 und eine grössere Anzahl von prismenförmigen
Zellen in metallischer Verpackung.
Lithium-Ion-Polymer arbeitet gut, wenn
die Zellengeometrie kleiner als 4mm sein muss, oder wenn spezielle Verpackungsarten
nötig sind. Hochleistungslithium-Ion-Polymer-Zellen in Folienform können
zur Herstellung von leistungsstarken und kompakten Batterien verwendet werden,
mit minimalem Platzbedarf. Es gibt jedoch ein Preisproblem. Lithium-Ion-Polymer
kostet ca. 10% mehr als Lithium-Ion, ohne zusätzliche Kapazität zu bieten.
Eine gewisse Platzreserve muss geschaffen werden, um das Aufschwellen von gestapelten
Folienzellen zu berücksichtigen.
Lithium-Ion wurde in medizinischen
Instrumenten und in Hybridfahrzeugen getestet, mit gemischten Resultaten. Kurze
Lebenszeit und ein hoher Preis sind die wichtigsten Hürden. Dieser Markt
wird weiterhin bedient werden durch die robustere und weniger teure Batterie auf
Nickelbasis.
Zur Zeit ist keine neue Batteriechemie am Horizont sichtbar,
die die klassische Blei-Säure-Batterie für Fahrzeuge und radgetriebene
Geräte ablösen könnte. Blei-Säure ist ausgereift und die Herstellungskosten
sind tief. Die spiralförmige Blei-Säure-Batterie, eine ähnliche
Technologie zur ventilgesteuerten Blei-Säure-Batterie sowie die AGM (absorbent
glass mat) Batterie wird graduell ersetzt durch die nasse Autobatterie bei hoch-technischen
Anwendungen. Nochmals, es ist ein Preisproblem bei diesen fortschrittlichen Batterien,
aber die längere Lebenserwartung wird die höheren Investitionskosten
kompensieren.t.
References: Barry Huret, president of battery consulting company
Huret Associates Inc. in Yardley, Pa, USA (www.huret.com)
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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