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'Memory':
Mythos oder Tatsache?
Das Wort 'Memory' wurde ursprünglich abgeleitet von 'cyclic memory /
Zyklusgedächtnis', was sagen wollte, dass Nickel-Kadmium-Batterien sich 'erinnern'
konnten, wie viel Energie bei den letzten Entladungen entnommen wurde. Bei einer
länger dauernden Entladung, als eigentlich vorgesehen war, sank die Batteriespannung
schnell ab und die Batterie verlor an Leistung. Inzwischen haben massgebliche
Verbesserungen in der Batterietechnologie dieses Phänomen praktisch eliminiert.
Das Problem bei Nickel-Kadmium-Batterien ist nicht so sehr das 'Zyklusgedächtnis',
als vielmehr der Effekt einer kristallinen Formation. Das aktive Kadmiummaterial
ist in kleinsten einzelnen Kristallen vorhanden. In einer guten Zelle bleiben
diese Kristalle klein und sorgen damit für die grösstmögliche Oberfläche.
Mit Memory wachsen die Kristalle und tendieren dahin, das aktive Material vom
Elektrolyt zu trennen. In einem fortgeschrittenen Stadium dringen die scharfen
Kanten der Kristalle in den Separator ein, was zu hoher Selbstentladung und elektrischen
Kurzschlüssen führt. Als um 1990 die Nickel-Metall-Hydride
eingeführt wurden, wurden sie als 'Memory-frei' angepriesen. Heute wissen
wir jedoch, dass auch diese Chemie dem Memoryeffekt unterworfen ist, wenn auch
weniger stark, als bei Nickel-Kadmium. Die Nickelplatte, die in beiden Arten verwendet
wird, ist teilweise daran schuldig. Während bei Nickel-Metall-Hydrid nur
die Nickelplatte an diesen Effekt beiträgt, betrifft dies bei Nickel-Kadmium
zusätzlich noch die Kadmiumplatte. Dies ist eine nicht-wissenschaftliche
Erklärung, warum Nickel-Kadmium mehr betroffen ist, als Nickel-Metall-Hydrid.
Die Phasen der kristallinen Formation einer Nickel-Kadmium-Zelle sind in Figur
1 dargestellt. Die Vergrösserungen zeigen eine Kadmiumplatte in einer sauberen,
funktionierenden Kristallstruktur, eine kristalline Formation nach Gebrauch (oder
Missbrauch) und nach Regeneration.
 | Neue
Nickel-Kadmium Zelle. Die Anode ist in einem frischen Zustand. Hexagonale Kadmiumhydroxidkristalle
sind ca. 1 Mikron im Querschnitt, und bieten dem Elektrolyt eine grosse Oberfläche
an, was maximale Leistung ergibt. | | Zelle
mit einer kristallinen Formation. Die Kristalle sind auf einen Querschnitt 50
bis 100 Mikron gewachsen, und verdecken dadurch grosse Teile des aktiven Materials
gegen den Elektrolyt. Zackige Kanten und scharfe Ecken können des Separator
verletzen, was zu grösserer Selbstentladung und elektrischen Kurzschlüssen
führen kann. | | Regenerierte
Zelle. Nach Impulsladung wurden die Kristalle auf 3 bis 5 Mikron reduziert, eine
beinahe 100%-ige Regeneration. Wartung und Regeneration sind nötig, wenn
die Impulsladung alleine nicht effizient genug ist. |
Figur
1: Kristalline Formation auf einer Nickel-Kadmium-Zelle Bilder freundlicherweise
durch die US Army Electronics Command in Fort Monmouth, NJ, USA, zur Verfügung
gestellt.
Wie regeneriert man Batterien auf Nickelbasis, und verlängert
ihre Lebenserwartung Kristalline Formationen in Batterien auf Nickelbasis
entstehen vorwiegend, wenn die Batterie während Tagen im Ladegerät belassen
werden, oder wenn sie häufig aufgeladen werden, ohne dazwischen voll entladen
geworden zu sein. Da die meisten Anwendungen nicht die gesamte Energie verbrauchen,
vor der nächsten Aufladung, ist eine periodische Entladung auf 1.0V Zellenspannung
(genannt Wartung) von grosser Wichtigkeit, um den Memoryeffekt zu bekämpfen.
Nickel-Kadmium-Batterien, die normal verwendet werden und im Standby-Modus
verbleiben ( in einen Lader gesteckt, auf den nächsten Einsatz wartend),
sollte einmal pro Monat gewartet werden. Zwischen diesen monatlichen Wartungszyklen
ist keine zusätzliche Wartung nötig. Es gibt keine wissenschaftliche
Untersuchungen über optimale Wartungsanforderungen an Nickel-Metall-Hydrid-Batterien.
Basierend auf eine verminderte Kristallbildung, sollte eine vollständige
Entladung alle drei Monate richtig sein. Wegen seiner kürzeren Lebenserwartung
verglichen mit Nickel-Kadmium, ist eine übermässige Anzahl Wartungen
nicht zu empfehlen.Wartung
und Regenerierung - Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kristallbildung
sich verstärkt, wenn während 3 Monaten oder mehr keine Wartung an Nickel-Kadmium-Batterien
durchgeführt worden ist. Eine totale Restauration mit Hilfe einer Wartung
wird immer schwieriger, je länger die Wartung ausgesetzt wurde. Mit speziellen
Fällen ist eine Regeneration nötig. Die Regeneration ist eine
langsame Entladung, unterhalb der 1.0V/Zelle-Schwelle. Während dieses Prozesses
muss der Strom klein gehalten werden, um eine Umpolung der Zellen zu verhindern.
Nickel-Kadmium können eine kleine Umpolung tolerieren, aber Vorsicht ist
am Platz, um die Umpolung klein zu halten. Tests,
die von der US Armee durchgeführt wurden, zeigten, dass Nickel-Kadmium-Zellen
eine Entladung bis mindestens 0.6V/Zelle benötigen, um die wirklich resistenten
Kristallformationen verkleinern zu können. Figur 2 zeigt die Batteriespannung
während der Entladung auf 1.0V/Zelle, gefolgt von einer zweiten Entladephase
bis auf 0.4V/Zelle.
 | Figur
2: Wartung und Regeneration von einem Cadex-Batterie-Analyser. Wenn eine Nickel-Kadmium-Batterie
nicht gewartet wurde, während 3 Monaten oder länger, wird eine Regeneration
nötig, um die Kapazität wieder her zu stellen. Regeneration ist langsame,
tiefe Entladung bis 0.4V/Zelle. Wenn die Wartung während 6 bis 12 Monaten
ausgesetzt war, ist die Regeneration in der Regel erfolglos. |
Figur 3
zeigt die Auswirkungen von Wartung und Regeneration. Vier Nickel-Kadmium-Batterien,
die verschieden stark vom Memoryeffekt betroffen waren, wurden gewartet. Die Batterien
werden zuerst voll aufgeladen, dann auf 1.0V/Zelle entladen. Die resultierenden
Kapazitäten wurden in einem Massstab von 0 bis 120% in der ersten Kolonne
dargestellt. Zusätzliche Entlade/Ladezyklen wurden durchgeführt und
die Batteriekapazitäten in den entsprechenden Kolonnen dargestellt. Die durchgezogene
Linie entspricht der 'Wartung' und die gestrichelte Linie entspricht der Regeneration.
Die Wartungs- und Regenerations-zyklen wurden manuell nach dem Ermessen des Labortechnikers
durchgeführt.
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Figur
3: Einfluss von Wartung und Regeneration. 4 Batterien, vom Memoryeffekt befallen,
werden gewartet. Batterie 'A' erhöhte die Kapazität mit der Wartung
allein; die Batterien 'B' und 'C' hatten eine Regeneration nötig. Die neue
Batterie wurde mit Regeneration noch besser. Die Batterie 'A' reagierte
gut auf die Wartung allein, und eine Regeneration wurde nicht nötig. Die
Batterie ist wahrscheinlich erst seit einigen wenigen Monaten im Einsatz, oder
hat periodisch Wartungszyklen durchlaufen. Die Batterien 'B' und 'C' benötigten
eine Regeneration, um ihre Leistung wieder herzustellen. Ohne Regeneration hätten
diese 2 Batterien entsorgt werden müssen. Nach der Wartung wurden
die restaurierten Batterien wieder in Betrieb genommen. Bei einer Untersuchung
nach sechs monatiger Einsatzzeit wurden keine nennenswerten Verschlechterungen
der Leistung festgestellt. Die gewonnene Kapazität war permanent, aber eine
periodische Wartung ist nötig, um die Leistung beizubehalten. Die
Durchführung eines Regenerationszyklus an einer neuen Batterie bringt eine
leicht grössere Kapazität. Diese Verbesserung ist nicht ganz verständlich,
ausser man geht davon aus, dass die zusätzliche Formatierung die Batterie
verbessert. Eine andere Erklärung wäre ein frühzeitiger Memoryeffekt.
Weil neue Batterien mit einer gewissen Ladung versehen eingelagert werden, kann
im Laufe der Selbstentladung eine Kristallformation entstehen. Eine Wartung und
Regeneration korrigieren diesen Effekt Die Regeneration hat jedoch ihre
Grenzen. Wenn währen 6 bis 12 Monaten keine Wartung durchgeführt worden
ist, kann ein permanenter Schaden entstehen. Die Nennkapazität kann nicht
mehr erreicht werden, oder die Batterie leidet an einer hohen Selbstentladung
durch einen defekten Separator. Diese Batterie kann mit einem alten Menschen verglichen
werden, für den eine anstrengende Arbeit schwer fällt. Solche Batterien
müssen ersetzt werden. Erfahrungsgemäss können 50-70%
der entsorgten Batterien wiederhergestellt werden, wenn sie mit den Methoden des
Cadex-Analysers oder eines äquivalenten Gerätes gewartet und regeneriert
werden. Die Wiederherstellungsrate von Nickel-Metall-Hydrid-Batterien ist etwa
40%. Diese geringe Ausbeute erklärt sich teilweise durch die kleinere Anzahl
der zu erwartenden Ladezyklen. Praktische Resultate von Wartung und
Regeneration Nach dem Balkankrieg untersuchte die holländische
Armee wie viele der eingesetzten Batterien mit Hilfe des Cadex-Analysers wieder
instand gestellt werden konnten. Die Armee war sich bewusst, dass der Einsatz
der Batterien alles andere als ideal war. Sie waren vorwiegend in den Ladegeräten
bei einer Einsatzzeit von nur 2 bis 3 Stunden pro Tag Bei einigen Batterien
war die Kapazität von 100% auf 30% gesunken. Mit der Regenerationsfunktion
des Analysers konnten 9 von 10 Batterien auf 80% und mehr wiederhergestellt werden.
Die Nickel-Kadmium-Batterien waren 2 bis 3 Jahre alt. Die Wichtigkeit
einer Wartung und Regeneration geht auch aus einer anderen Untersuchung hervor,
die von GTE Government System für die US Navy durchgeführt wurde. Um
den Prozentsatz festzustellen, wie viele Batterien im ersten Jahr ihres Einsatzes
zu ersetzen waren, wurde eine Gruppe von Batterien nur aufgeladen, ohne Unterhaltsmassnahmen.
Eine andere Gruppe wurde regelmässig gewartet und eine dritte Gruppe wurde
regeneriert. Die untersuchten Batterien wurden in Funkgeräten der US Luftwaffe
verwendet. Mit der 'Nur Aufladung' (laden und gebrauchen) war der jährliche
Prozentsatz der ausgefallenen Batterien 45% (Figur 4). Mit der Wartung konnte
die Ausfallrate auf 15% gesenkt werden. Die bei weitem besten Resultate wurden
mit Regeneration erreicht. Die Ausfallrate sank auf 15%
| Unterhaltsmethode | Jährlicher
%-Satz der ausgewechselten Batterien.nnual % of batteries requiring replacement | Jährliche
Batteriekosten (US$) | | Nur
laden und gebrauchen | 45%
| $40,500 |
| Wartung | 14% | $13,500 |
| Regeneration | 5% | $4,500 |
| Figur
4: Ausfallraten von Nickel-Kadmium-Batterien. Wartung und Regeneration verlängert
das Leben der Batterie um den Faktor 3 resp. 9.
| Die
Schlussfolgerung des GTE-Rapportes war, dass ein Batterie-Analyser, mit Wartungs-
und Regenerationsfunktionen, der 2'500.00 US$ kostet, in weniger als 1 Monat amortisiert
ist, allein mit den Batterieeinsparungen.
Einfache Richtlinien
- Lassen Sie Batterien auf Nickelbasis nie länger als einige Tage im Ladegerät,
auch nicht mit Schwebeladung.
- Warten Sie Nickel-Kadmium-Batterien alle
1 bis 2 Monate und Nickel-Metall-Hydrid alle 3 Monate. Eine Totalentladung im
Gerät tut es auch.
- Entladen Sie die Batterie nicht vor jeder Aufladung;
dies stresst die Batterie unnötigerweise
- Vermeiden Sie eine zu starke
Erhitzung der Batterie während des Ladevorganges. Die Batterietemperatur
sollte sich nur kurz bei Erreichen der Vollladung erhöhen, dann auskühlen
lassen.
Über den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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