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Das
Regenerieren von Batterien
Die hauptsächlichen Verkaufsargumente
für moderne Batterien sind oft ihre Umweltsverträglichkeit. Lithium-Ion-Batterien
fallen in diese Kategorie. Obschon Nickel-Kadmium-Batterien ein Umweltsproblem
darstellen, vorwiegend wenn sie unsachgemäss entsorgt werden, nimmt diese
Chemie noch immer eine wichtige Position unter den wiederraufladbaren Batterien
ein. Werkzeuge ohne Netzspeisung werden fast ausschliesslich mit Nickel-Kadmium-Batterien
betrieben. Bleisäure-Batterien werden weiterhin in spezifischen Nischenanwendungen
verwendet; auch diese Batterien sollten in einer sachgemässen Art und Weise
entsorgt werden. Lithium-Ion sind vielfach zu empfindlich, um diese älteren,
umweltsunfreundlichen Batteriechemien ersetzen zu können.
Unser Bedarf
an tragbaren Geräten und Mobilität wird ständig grösser, und
damit auch der Bedarf an Batterien. Was geschieht mit dem Berg von Batterien,
wenn sie verbraucht sind? Die Antwort heisst: Recycling7Wiederverwertung.
Die
Bleisäure-Batterie hat den Weg gewiesen für das Recycling. Die Automobilindustrie
hat grossen Anteil an der Organisation, wie verbrauchte Autobatterien entsorgt
werden können. In den USA werden 98% aller Bleisäure-Batterien wiederverwertet.
Als Vergleich dazu entsorgen nur 1 von 6 Haushalten ihre Batterien.
Nachlässige
Entsorgung von Nickel-Kadmium ist gefährlich für die Umwelt. Wenn solche
Batterien in den Müll geworfen werden, können sie sich dort schliesslich
auflösen und die giftigen Substanzen können versickern und im Grundwasser
zu einer echten Gefahr für die Gesundheit werden. Unsere Ozeane haben schon
begonnen, Spuren von Kadmium zu zeigen (zusammen mit Aspirin, Penicillin und Anitdepressoren),
aber die Quelle für diese Verseuchung ist zur Zeit unbekannt.
Obschon
Nickel-Metallhydride als umweltfreundlich gelten, sollte auch diese Chemie richtig
entsorgt werden. Der wichtigste Anteil ist Nickel, das als halbgiftig eingestuft
wird. Nickel-Metallhydride enthalten auch Elektrolyte, die in grösseren Mengen
ebenfalls gefährlich sind. Wenn kein Entsorgungsdienst in der Gegend vorhanden
ist, können einzelne Nickel-Metallhydrid-Batterien in den Haushaltabfall
geworfen werden. Wenn sich 10 oder mehr Batterien angesammelt haben, sollte der
Benutzer eine offizielle Abgabestelle dafür aufsuchen.
Lithium (Metall)
Batterien enthalten keine giftigen Metalle; es besteht jedoch eine Entzündungsgefahr,
wenn das metallische Lithium Feuchtigkeit ausgesetzt ist, während die Zellen
korrodieren. Die meisten Lithium-Batterien sind nicht wiederaufladbar und werden
in Fotoapparaten, Hörgeräten und militärischen Anwendungen verwendet.
Für eine saubere Entsorgung müssen solche Batterien total entladen werden,
um den Inhalt an metallischem Lithium aufzubrauchen.
Lithium-Ion-Batterien,
die in Handys und Laptops verwendet werden, enthalten kein metallisches Lithium
und es gibt deshalb kein Entsorgungsproblem. Andere Lithium-Batterien enthalten
giftige Stoffe und brennbares Elektrolyt.
1994 wurde die Rechargeable Battery
Recycling Corporation (RBRC) gegründet, um die Wiederverwendung resp. Entsorgung
von wiederaufladbaren Batterien in Nordamerika zu fördern. RBRC ist eine
ohne Profit arbeitende Organisation, die Batterien von Verbrauchern und Industrie
einsammelt und einer Entsorgungsfirma zukommen lässt. Inmetco und Toxco sind
die zwei am besten bekannten Firmen dieser Art in Nordamerika.
Europa und
Asien haben seit vielen Jahren ein System, um verbrauchte Batterien zu entsorgen.
Sony und Sumitomo Metal in Japan haben eine Technologie entwickelt, die es erlaubt,
Kobalt und andere seltene Metalle aus verbrauchten Lithium-Ion-Batterien zurückzugewinnen.
In
den Werken für Wiederverwertung müssen die Batterien zuerst nach ihrer
chemischen Zusammensetzung sortiert werden. Nickel-Kadmium, Nickel-Metallhydrid,
Lithium-Ion und Bleisäure Batterien werden beim Eintreffen in separaten Behältern
untergebracht. Batteriewiederverwerter sagen, dass die Wiederverwertung rentabel
sei, wenn kostenlos ein gleichmässiger Eingang von nach Chemie sortierter
und entladener Batterien gewährleistet sei. Die Vorbereitungen und der Transport
erhöhen jedoch die Kosten.
Der Wiederverwertungsprozess beginnt mit
dem Entfernen aller brennbaren Materialien, wie Plastik und Isolationen, mit einer
gasbetriebenen thermischen Oxydation. Die durch die Oxydation entstehenden Gase
werden durch eine Reinigungsanlage geleitet, wo sie neutralisiert werden, indem
die Schadstoffe entfernt werden. Nach diesem Reinigungsprozess verbleiben saubere,
nackte Zellen, welche wertvolle Metalle enthalten.
Die Zellen werden nun
in kleine Teile zerhackt, welche erwärmt werden bis das Material schmilzt.
Nicht metallische Substanzen werden verbrannt und hinterlassen eine schwarze Schlacke,
die obenauf schwimmt und so entfernt werden kann. Die verschiedenen Legierungen
sammeln sich nach ihrem Gewicht und können entnommen werden, wie der Rahm
von der Milch.
Kadmium ist verhältnismässig leicht und verdampft
bei hohen Temperaturen. In einem speziellen Verfahren werden die Kadmiumdämpfe
mit einem Ventilator in ein breites Rohr geblasen, das mit Nebel abgekühlt
wird. Dadurch wird eine Kondensation der Kadmiumdämpfe erreicht. Das so erhaltene
Kadmium hat einen Reinheitsgrad von 99.95%.
Manche Wiederverwertungsfirmen
trennen die Metalle nicht an Ort und Stelle, sondern giessen die flüssigen
Metalle direkt in Behälter, die die Industrie 'Pigs' (65 Pfund) oder 'Hogs'
(2000 Pfund) nennt. Diese Behälter kommen dann in Metallwiederverwertungs-Anlagen.
Hier werden Nickel, Chrom und verschiedene Legierungen gewonnen, die zur Herstellung
von hochwertigen, rostfreien Metallen verwendet werden.
Die gängigen
Batteriewiederverwertungsmethoden benötigen viel Energie. Sie benötigen
sechs bis zehnmal so viel Energie für die Rückgewinnung dieser Materialien,
als dies durch andere Herstellungsmethoden nötig wäre.
Wer bezahlt
diese Wiederverwertung von Batterien? Das Einbinden von Staaten in diesen Prozess
setzt voraus, dass bereits Regeln bestehen, die eine Wiederverwertung überhaupt
möglich machen. In Nordamerika verrechnen einige Wiederverwertungsunternehmen
nach Gewicht. Die Preise variieren nach der Chemie. Systeme, die hochwertige Metalle
wiedergewinnen, kosten weniger, als solche für weniger wertvolle Metalle.
Nickel-Metallhydride
ergeben die besten Rückgewinnungsraten. Sie produzieren genügend viel
Nickel, um die Kosten der Prozedur zu bezahlen. Die höchsten Wiederverwertungskosten
fallen an bei Nickel-Kadmium und Lithium-Ion, da die Nachfrage für Kadmium
klein ist und Lithium-Ion nur wenig wiederverwertbare Metalle enthalten.
Nicht
alle Staaten berechnen die Kosten für die Wiederverwertung auf der Basis
der Batteriechemie, einige tun dies ausschliesslich auf Gewichtsbasis. Die entstehenden
Kosten für die Wiederverwertung von Batterien belaufen sich auf ca. 1000
bis 2000 US$/1000kg. Europa hofft, die Kosten pro 1000kg auf ca. 300 US$ senken
zu können. Idealerweise sollte dies auch die Transportkosten beinhalten.
Allerdings wird erwartet, dass das Transportieren der Ware die Totalkosten verdoppeln
werde. Europa sieht deshalb vor, mehrere kleinere Anlagen an geographisch strategischen
Orten einzurichten.
Namhafte Subventionen sind ein Trittbrett, das von
Herstellern, Vertriebsorganisationen und Regierungen bereit gestellt wird, um
ein Programm zur Wiederverwertung von Batterien zu unterstützen. Diese Mittel
werden beschafft mittels einer Steuer, die auf jeder hergestellten Batterie erhoben
wird. RBRC wird nach diesem Schema finanziert.
Wichtig: Unter keinen Umständen
dürfen Batterien verbrannt werden, da dies zu einer Explosion führen
kann. Wenn Haut mit einem Elektrolyt in Berührung kommt, ist diese Stelle
sofort mit reichlich Wasser abzuwaschen. Wenn die Augen betroffen sind, waschen
Sie sie während 15 Minuten gut aus und suchen Sie sofort Ihren Augenarzt
auf.
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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