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Die Batteriekapazitäts-Anzeige
Als
um 1990 die intelligente/smart Batterie eingeführt wurde, war eines der Hauptanliegen,
eine Kommunikation zwischen Batterie und Benützer zu ermöglichen. Mit
der Einführung einer Füllanzeige wurde diese Bedingung erfüllt.
In diesem Artikel beurteilen wir verschiedene Füllanzeigesysteme, betrachten
ihre Art zu arbeiten und bewerten ihre Vorteile und Grenzen. Da das "System
Management Bus" (SMBus) am meisten verwendet wird, werden wir uns vorwiegend
diesem System zuwenden.Die
Ladezustandsanzeige
Die meisten intelligenten Batterien (smart) sind
mit einer Anzeige für das Ladeniveau ausgerüstet. Wenn bei einer vollgeladenen
Batterie der 'Test'-Knopf gedrückt wird, leuchten alle Anzeigeelemente. Bei
einer halb entladenen Batterie leuchtet die Hälfte der Anzeigelemente und
bei einer leeren Batterie bleiben alle Anzeigeelemente dunkel. Figur 1 zeigt eine
solche Füllanzeige.
| |  | Figur
1: Ladezustandsanzeige einer 'intelligenten' Batterie..Obwohl der Ladezustand
angezeigt wird, sind der Gesundheitszustand und die Funktionszeit unbekannt. |
Während
die Ladezustandsanzeige (SoC) auf einer Batterie oder auf dem Bildschirm eines
Computers hilfreich ist, wird die Füllanzeige jedes Mal beim Laden der Batterie
um 100% zurückgesetzt, ohne Berücksichtigung des Gesundheitszustandes
(SoH) der Batterie. Ein ernstes Problem entsteht, wenn bei einer älteren
Batterie nach der Ladung 100% angezeigt wird, während die tatsächliche
Ladeakzeptanz auf sagen wir 50% oder weniger gesunken ist. Die folgende Frage
bleibt bestehen: 100% von was? Ein mit dieser Batterie wenig bekannter Benützer
hat nur sehr wenig Informationen über die Funktionszeit der Batterie.
Die
Reservekapazität kann nur festgestellt werden, wenn der Gesundheitszustand
(SoH) bekannt ist. Figur 2 zeigt die 3 imaginären Zonen einer Batterie, die
da sind: Die leere Zone, die gefüllt werden kann, die vorhandene Energie
und die unbrauchbare Zone, oder 'Schrott-Zone', die keine Energie mehr speichern
kann.
| | |  | Empty
Zone Can be refilled | | Figur
2: Batterie-Lade-Kapazität.Drei imaginäre Batteriezonen betreffend die
vorhandene Energie, die leere Zone und die Schrott enthaltende Zone. Durch den
Gebrauch und mit zunehmendem Alter vergrössert sich die Schrottzone. |
| Available
Energy | Rock
Content Unsusable - can no longer store energy | Eine
Batteriefüllanzeige sollte in der Lage sein, alle 3 Zonen aufzuzeigen. Dies
ist möglich, wenn der SoH der Batterie bekannt ist. Während die Anzeige
des S0C relativ leicht zu bewerkstelligen ist, ist eine Messung des SoH komplizierter.
Dies funktioniert wie folgt:
Bei der Herstellung der Batterie gibt der
SMBus der Batterie seinen spezifischen SoH Status bekannt, der durch das Fehlen
anderer Informationen 100% beträgt. Diese Information ist immer in der Batterie
programmiert und ändert sich nicht. Mit jeder Aufladung wird die Batterie
zurückgestellt in einen Vollladestatus. Während der Entladung werden
die Energieeinheiten (Coulombs) gezählt und verglichen mit dem 100%-Zustand.
Eine perfekte Batterie wird 100% auf einer geeichten Füllanzeige anzeigen.
Wenn die Batterie altert und die Ladeakzeptanz abnimmt, nimmt der SoH ebenfalls
ab. Der Unterschied zwischen der Herstellereinstellung von 100% und der abgegebenen
Energie in Coulombs der voll entladenen Batterie ergibt den SoH (Gesundheitszustand).
Wenn der SoC und der SoH bekannt sind, kann eine einfache lineare Beziehung erstellt
werden. Der SoC wird angezeigt mittels grünen LEDs, der leere Teil bleibt
dunkel und die unbrauchbare Zone wird mit roten LEDs angezeigt. Figur 3 zeigt
eine solche dreiteilige Füllanzeige. Als Alternative kann ein numerischer
Display für SoC und SoH verwendet werden. Es ist sinnvoll, diese dreiteilige
Füllanzeige auf dem Ladegerät anzuordnen.
| |  | Figur
3: Dreiteilige Füllanzeige. Die Batteriegesundheitsanzeige 'liest' die Batterieinformationen,
die auf dem SMBus vorhanden sind und zeigt sie mittels mehrfarbiger LED-Reihe
an. Die Darstellung zeigt eine teilweise entladene Batterie mit 50% SoC, einer
20% leeren Zone und einer 30% unbrauchbaren 'Schrott'-Zone. |
Der
Zielkapazitäts-Schalter
Für Benützer, die nur eine einfache
Ja/Nein-Anwort benötigen, gibt es Ladegeräte, die einen so genannten
Zielkapazitäts-Schalter enthalten. Eingestellt auf 60, 70 oder 80% funktioniert
dieser Schalter als Leistungsschalter für die Zielkapazität und signalisiert
Batterien, die die vorgegebenen Kriterien nicht erreichen.
Wenn eine Batterie
unter die Zielkapazitätsschwelle fällt, wird das im Ladegerät mit
der Regenerations-LED angezeigt. Der Benützer wird gebeten, die Regenerationstaste
zu drücken, um die Batterie zu eichen und zu regenerieren, indem ein Lade/Entlade/Lade-Zyklus
durchgeführt wird. Das grüne 'Ready'-Licht am Ende der Wartung zeigt
eine Vollladung an und bestätigt, dass die Batterie das verlangte Leistungsniveau
erreicht hat. Wenn dieses Leistungsniveau nicht erreicht wurde, zeigt ein rotes
'Fail'-Licht an, dass die Batterie ersetzt werden soll. Figur 4 zeigt ein Cadex-Ladegerät
mit zwei Ladestellen, das einen Zielkapazitätsschalter und eine Entladeschaltung
enthält. Dieses Ladegerät basiert auf Niveau 3 und wartet sowohl Batterien
mit SMBus wie auch 'dumme' Batterien (d.h. ohne spezielle Anzeigen).
| |  | | Figur
4: Das Cadex SM2+ Ladegerät.Dieses Niveau 3-Ladegerät arbeitet als Ladegerät,
als Regenerationsgerät und als Qualitäts-Überwachungssystem. Es
'liest' den effektiven Gesundheitszu-stand der Batterie und scheidet jene Batterien
aus, die unterhalb der vorgegebenen Zielkapazität liegen. Jede Ladestelle
arbeitet unabhängig und kann Nickel-Kadmium, Nickel-Metallhydrid und Lithium-Ion-Chemien
in ca. 3 Stunden laden. Auch Batterien ohne Intelligenz können geladen werden,
wobei jedoch keinerlei Angaben über den SoH möglich sind.. |
Die
Ladezustandsanzeige
Wenn es dem Benutzer ermöglicht wird, das
gewünschte Leistungsniveau der Batterie einzustellen, kommt sofort die Frage
auf, welches Niveau einzustellen ist. Die Antwort wird bestimmt durch die gewünschte
Anwendung, die Zuverlässigkeit und die Kosten.
Die normale Zielkapazität
ist auf 80% eingestellt. Ein Absenken dieser Schwelle auf 70% wird die Standardleistung
der Batterien wohl verkleinern, dafür wird eine grössere Anzahl der
Batterien den Test bestehen. Eine direkte Kosteneinsparung ist das Resultat. Ein
60%-Niveau kann für jene Benutzer angebracht sein, die mit einem tiefen Budget
arbeiten müssen, die einen schnellen Zugriff zu Ersatzbatterien haben und
mit kürzeren und weniger gut voraussehbaren Funktionszeiten leben können.
Es sei hier vermerkt, dass die Batterien immer auf 100% aufgeladen werden, wie
auch immer die Zielkapazität eingestellt ist. Die Zielkapazität zeigt
nur auf, wie viel Energie eine vollgeladene Batterie mindesten abgeben wird.
Intelligente
Batterien, die ermöglichen, die Batterieleistungen zu erfassen, sind für
spezielle Anwendungen in der Qualitätsindustrie vorbehalten. Allerdings,
und trotz den grossen Fortschritten, die in den letzten 10 Jahren erreicht wurden,
hat die intelligente Batterie, im Speziellen jene mit dem SMBus, nicht den erwarteten
Durchbruch geschafft. Gewisse Ingenieure gehen sogar so weit, festzustellen, die
intelligente Batterie sei eine unsinnige Entwicklung.
Ein Teil des Problems
ist die regelmässige Eichung, die nötig ist, um die auftretenden Übermittlungsfehler,
die zwischen Batterie und digitaler Empfangsschaltung auftreten, korrigieren zu
können. Grössere Fehler können auftreten, wenn nur kurzzeitig geladen
oder entladen wird und die Belastung dabei stark ändert. Längere Lagerung
ist ebenfalls ein Grund für Fehler, da die Schaltung die auftretende Selbstentladung
nicht genau kompensieren kann.
Ungeachtet dieser Limiten, wird die 'intelligente'
Batterie in einem Markt mit schwierigen Nischenanforderungen eingesetzt werden.
Es ist vorstellbar, dass andere Methoden gefunden werden, um die verbleibende
Energie feststellen zu können, als dies heute der Fall ist. Was wichtig ist,
ist die Tatsache, dass eine Füllanzeige möglich ist. Es gibt einfach
keine Alternativen, für Benutzer, für die unerwartete Ausfallzeiten
nicht akzeptierbar sind.
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com
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