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Das Aufladen von Lithium-Ion-Batterien
Es
gibt nur eine Art, Batterien auf Lithium-Basis aufzuladen. Die so genannten 'Wunder-Lade-Geräte',
welche, wie gesagt wird, Batterien wieder herstellen und deren Lebenserwartung
verlängern können, gibt es nicht für die Lithiumchemie. Niemand
kann eine Superschnellladung applizieren. Die Hersteller von Lithium-Ion-Zellen
haben äusserst strikte Vorgaben für die Ladeprozedur und die Batterien
müssen mit dem richtigen Vorschriften behandelt werden.
Lithium-ion
sind einfach zu warten und gebrauchen keine Vorbereitungen, wie es bei den nickel-basierten
Batterien der Fall is. Die erste Ladung ist gleich wie die fünfte and die
fünfzigste. Anweisungen die verlangen, eine neue Batterie für 8 und
mehr Stunden zu landen, führen möglicherweise zu nickel-basierte Batterien
zurück.
Die
meisten Zellen werden auf 4.20 Volt aufgeladen, mit einer Toleranz von +/-0,05V/Zelle.
Ein Aufladen auf nur 4.10 Volt reduziert die Kapazität um 10%, ergibt aber
eine grössere Lebenserwartung. Neuere Zellen sind nun in der Lage, auch mit
einer Ladung auf 4.20 Volt/Zelle eine gute Anzahl von Ladezyklen zu erzielen.
In Bild 1 sind Spannungs- und Stromverlauf einer Lithium-Ion-Zelle während
eines Ladevorganges dargestellt.
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1: Ladevorgang einer Lithium-Ion-Batterie.. Eine Erhöhung des Ladestromes
in einem Ladegerät für Lithum-Ion-Batterien, kann die Ladezeit nicht
wesentlich verkürzen. Obwohl die Spitzenspannung schneller reicht wird mit
einem höheren Strom, benötigt die Volladung mehr Zeit. |
Die Ladezeit bei den meisten Ladegeräten beträgt ca. 3 Stunden.
Kleinere Batterien, wie für Mobiltelefone eingesetzt, können
mit 1C geladen werden, die grösseren Zellen 18650, die für
Laptops gebraucht werden, sollten mit 0.8C oder weniger geladen werden.
Die Effizienz der Ladung beträgt 99,9% und die Batterien bleiben
kühl während dem Ladevorgang. Die Vollladung ist erreicht,
sobald die Spannungsschwelle erreicht ist und der Strom auf 3% des
eingestellten Wertes gesunken ist, oder annähernd.
Ein Vergrössern des Ladestromes verkürzt jedoch die Ladezeit
kaum. Obschon die Spitzenspannung schneller erreicht wird mit einem
höheren Ladestrom, dauert das Erreichen der Vollladung länger.
Einige Ladegeräte versprechen eine Schnellladung von Lithium-Ion-Batterien
in einer Stunde oder weniger. Solche Ladegeräte überspringen
Stufe 2 und gehen direkt auf "Ready / Bereit" am Ende der
Stufe 1. Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch das Ladeniveau erst auf etwa
75%. Das Erreichen der Vollladung benötigt i.A. zweimal länger
als Stufe 1.
Es wird keine Schwebeladung angelegt, da Lithium-Ion-Batterien keine
Überladung ertragen. An deren Stelle wird eine kurze Endladephase
angefügt, die die kleine Selbstentladung der Batterie und den
Strombedarf der Schutzschaltung kompensiert. Diese Endladephase muss
möglicherweise alle 20 Tage wiederholt werden, je nach Batterie.
Im allgemeinen wird die Ladevorgang aktiv, wenn die offene Klemmenspannung
auf 4.05V/Zelle absinkt, und schaltet aus, wenn die Klemmenspannung
4.20V/Zelle erreicht hat.
Was geschieht aber, wenn eine Batterie unbeabsichtigt überladen
wird? Lithium-Ion ist gebaut, um sicher zu arbeiten innerhalb ihres
normalen Spannungsbereiches; sie wird aber unstabil, wenn sie auf
höhere Spannungen aufgeladen wird. Wenn über 4.30V/Zelle
aufgeladen wird, entsteht auf der Anode eine metallische Lithiumschicht,
das Kathodenmaterial beginnt zu oxidieren, verliert die Stabilität
und entwickelt Sauerstoff. Die Überladung führt zu einer
Überhitzung der Zelle. Wenn dies unbeachtet bleibt, kann es zu
einer Entzündung kommen.
Es werden grosse Anstrengungen unternommen, um Überladungen und
Tiefentladungen zu vermeiden. Kommerzielle Lithium-Ion-Batterien enthalten
eine Schutzschaltung, welche die Ladespannung auf 4.30V/Zelle begrenzt,
0.1V/Zelle höher, als die Schwellenspannung des Ladegerätes
beträgt. Ein Temperaturfühler schaltet den Ladevorgang ab,
sobald die Zellentemperatur 90°C erreicht, und ein mechanischer
Druckschalter unterbricht definitiv den Ladestromkreis, wenn die Sicherheitsschwelle
für den Druck erreicht wird. Ausgenommen davon sind die Spinel-Batterien
(auf Magnesiumbasis), welche eine oder zwei kleine Zellen enthalten.
Extrem tiefe Spannungen müssen ebenfalls überwacht werden.
Die Schutzschaltung ist derart gebaut, dass sie den Stromkreis auch
dann unterbricht, wenn die Batterie unbeabsichtigterweise unterhalb
2.50V/Zelle entladen wird. Bei dieser Spannung wird die Schutzschaltung
die Batterie unbrauchbar machen, und ein Aufladen mit Hilfe eines
gewöhnlichen Ladegerätes ist nicht mehr möglich.
Es gibt verschiedene Massnahmen um Tiefentladungen zu verhindern.
Die Einrichtung schützt die Batterie durch Unterbrechen der Entladung
bei Erreichen einer Spannung von 2.7 bis 3.0V/Zelle. Die Batteriehersteller
liefern die Batterien mit einer Kapazität von 40% aus, um eine
Selbstentladung während der Lagerung zuzulassen. Technisch bessere
Batterien beinhalten eine "Weckschaltung", wobei die Schutzschaltung
erst dann einen Stromfluss gestattet, nachdem die Batterie mit Hilfe
einer kurzen Ladung reaktiviert worden ist. Dies erlaubt eine längere
Lagerung.
Trotz all diesen präventiven Massnahmen kommen Tiefentladungen
immer wieder vor. Deshalb sind moderne Batterieanalyser (Cadex Serie
7000) mit einer "Weck"-Funktion (Boost) ausgestattet, die
einen kleinen Ladestrom liefert, um die Sicherheitsschaltung bei Bedarf
zu reaktivieren und um die tiefentladenen Zellen wieder mit Energie
zu versorgen. Anschliessend erfolgt eine Vollladung und eine Analyse
der Batterie.
Wenn die Zelle während einiger Tage auf einer Spannung von 1.5V/Zelle
geblieben ist, sollte jedoch eine Aufladung vermieden werden. Im Innern
der Zellen wurden vielleicht durch Kupfer gewisse elektrische Verbindungen
aufgebaut, die zu einem teilweisen oder allgemeinen elektrischen Kurzschluss
führen können. Die Zelle wird unstabil. Das Aufladen einer
solchen Zelle führt zu starker Überhitzung und die Sicherheit
kann nicht mehr gewährleistet werden.
Batterieexperten sind sich einig, dass das Laden von Lithium-Ion-Batterien
leichter und einfacher ist als bei Batterien auf Nickelbasis. Abgesehen
vom Einhalten von kleineren Spannungstoleranzen, kann die Ladeschaltung
mit weniger Variablen, die zu berücksichtigen sind, auskommen.
Das Feststellen der Vollladung mit Hilfe einer Spannungsbegrenzung
und der Beobachtung der Stromsättigung, die bei Vollladung eintritt,
ist einfacher als die Analyse von mehreren komplexen Daten, wie sie
bei Nickel-Metallhydrid-Batterien produziert werden. Die Ladeströme
sind weniger kritisch und können variieren. Ein nur kleiner Strom
erlaubt noch immer eine saubere Definition der Vollladung. Die Batterie
benötigt einfach einen längeren Ladevorgang. Das Fehlen
der letzten kurzen Ladung, sowie der Schwebeladung hilft ausserdem,
das Ladegerät zu vereinfachen. Das Beste von allem ist, dass
kein Memory-Effekt besteht, sondern dass eigentlich nur die Alterung
eine Schwierigkeit darstellt.
Die Ladeprozedur von Lithium-Ion-Polymer ist ähnlich jener von
Lithium-Ion. Diese Batterien verwenden ein Gel-Elekrtolyt, um die
Leitfähigkeit zu verbessern. In den meisten Fällen verwenden
Lithium-Ion und Lithium-Ion-Polymer dieselben Ladegeräte.
Messen des Ladezustandes basierend auf der Klemmenspannung
Die Leerlaufspannung kann benutzt werden zur Abschätzung des
Ladezustandes von Lithium-, Alkaline- und Blei Batterien.
Leider ist diese Methode nicht anwendbar bei Nickel Batterien.
Hat
eine Lithium-Ionen Zelle z.B. eine Leerlaufspannung von 3,8V, besteht
ein Ladezustand von etwa 50%. Es muss darauf hingewiesen werden,
dass die Verwendung der Leerlaufspannung zur Bestimmung des Ladezustands
ungenau ist, weil die Zellen verschiedener Hersteller ein leicht
unterschiedliches Spannungsprofil haben. Dies liegt daran, dass
die chemische Zusammensetzung der Elektroden und des Elektrolyten
bei den Herstellern unterschiedlich sind. Die Batterietemperatur
beeinflusst ebenfalls die Spannung. Je höher die Temperatur,
desto niedriger die Spannung.
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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